Im Feuer der Sprache

Ingeborg Bachmann, wahrscheinlich in den 1960er-Jahren. Foto: epd/FSie wartete im Garten auf den nächsten Bombenhagel, nicht in den Kellern. Als Abiturientin will Ingeborg Bachmann in einem Sessel unter der ersten Märzensonne und versunken in Rilkes „Stundenbuch“ den Luftalarm ausgeblendet haben.  Dieses Jugendbild beschwört die Dichterin in ihrem „Kriegstagebuch“ herauf. Allein bereitete sich die 18-Jährige auf ihre Reifeprüfung vor – der Vater an der Front, die Mutter mit den jüngeren Geschwistern aufs Land geflüchtet. Nur sie blieb, um die Matura, das Abitur abzulegen: „Auch hier schaut es aus wie Weltuntergang. Was wirst du tun, Gott, wenn ich sterbe?“ =>