Der Weg als Ziel in der Frühlingssonne

Susanne Borée, Porträt, boree.de, Evangelisches Sonntagsblatt aus BayernEndlich zeigt sich die Wiederkehr des Lebens. Endlich beginnen die ersten Sonnenstrahlen die Natur wieder aufzuwecken. Und die Knospen öffnen sich, als hätten sie nur allzu lange darauf gewartet. Kam die erste Ahnung des Frühlings in diesem Jahr besonders spät? Jedenfalls brauchte sie nach einem viel zu frühen Zwischenspiel im Februar durchaus länger als im letzten Jahr. Und darum in diesem Jahr, in diesen Zeiten der fortwährenden Erstarrung, der Einsamkeit und des fast endlosen Wartens besonders heiß begehrt. Aber auf die Frühjahrssonne scheint doch noch Verlass zu sein. Sie zeigt in diesem Jahr, mit ihrem Eintreffen kurz vor der Osterzeit, wie wichtig die Hoffnung auf die Wiederkehr des Lebens ist. =>

Jude Jesus: Herausforderung und Heimkehr

Rabbi Walter Homolka: "Jesus, eine Heimholen"Es war ein Skandalbild. Die Darstellung „Der zwölfjährige Jesus im Tempel“ von 1879 schlug hohe Wellen: Ursprünglich stellt der jüdische Maler Max Liebermann den jungen Jesus als heftig gestikulierenden, barfüßigen Jungen mit kurzem Rock Hakennase sowie der Ansatz der typischen Schläfenlocken dar.  Wenige Jahre später beugte sich Liebermann dem Druck und überzeichnete den jungen Jesus: Die Haare des Jungen erschienen nun heller und ohne Lockenansatz. Mit diesem Bild begann Rabbiner Walter Homolka seinen Online-Vortrag bei der Stadtakademie Nürnberg Mitte März zum Thema „der Jude Jesus – eine Heimholung“. =>

Springbrunnen, Lichtstrahl und Atemhauch

Springbrunnen. Foto Kraus„Du bist da, auch wenn meine Gedanken nicht bei dir sind.“ So beginnt die erste Meditationswoche der Ökumenischen Alltagsexerzitien“. „Eigene Erfahrungen“ zu sammeln und „zur Ruhe zu kommen“: Das waren meine Ziele bei der Anmeldung. Über fünf Wochen hinweg bekomme ich einen Impuls für die Meditation. „Die Exerzitien stehen unter dem Thema: zwischenRäume. Denn bei den Alltagsexerzitien geht es darum, Gott im eigenen Umfeld zu entdecken.“ Das brachte spannende Herausforderungen. =>

Engel, Endzeitglaube und Einzelerkenntnis

Massada Herodes Festung. Foto: BoréeAuf die Ruhe folgte der Sturm: Die persische Zeit war eine Epoche des Atemholens für Juda in einer toleranten Welt. Doch setzte in der hellenistischen Zeit ab 332 vor Christus (die Jahreszahlen beziehen sich wieder auf Daten vor der Zeitenwende) mit dem anscheinend aufgeklärten Hellenismus eine Zeit der Unsicherheiten Bedrängnisse und Machtkämpfe, so Dieter Vieweger in seiner „Geschichte der biblischen Welt“. Was konnte zum Bollwerk werden? Es war aber auch eine Zeit, in der der Schutz der Engel gefragt war wie nie zuvor. Die Idee der geflügelten Gottesboten war durch die persische Religion mit geprägt. =>

Sanierung mit energetischer Signalwirkung

Bischof Leon Novak von der Evangelischen Kirche in Slowenien„Die Lage beruhigt sich langsam“, erklärt Bischof Leon Novak aus Slowenien. Entspannung bei einer solch hohen Corona-Inzidenz? Denn so hoch waren die Zahlen noch während des Telefonats mit dem Evangelischen Sonntagsblatt am 9. März. Für eine gute Zukunft hilft auch die diesjährige Fastenaktion der bayerischen Landeskirche. Mit der Sammlung will die Partnerkirche in Slowenien ihr Evangelisches Zentrum in Murska Sobota energetisch sanieren. Es ist gut 50 Jahre alt und ein Mehrzweckgebäude für Tagungen der Kirchenorgane, aber auch für Treffen von Kindern oder Frauen.  =>

„Notwendige Gefährtin“ und Teilhaberin

Theophanu und ihr Sohn Otto III.Frauen an die Macht! Bei einem genauen Blick auf diese moderne Forderung zeigt sich jedoch: Auch schon früher konnten manche Frauen durchaus Macht ausüben – wenn auch einzelne. Was war dort vor tausend Jahren? Zum Internationalen Frauentag am 8. März geht das Sonntagsblatt Spuren aus der Zeit von etwa 950 bis 1200 nach. Diese Idee entstand aus Impulsen der Mainzer Ausstellung „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht“. Auch wenn sie leider noch geschlossen ist, so gab es doch durch sie spannende Einblicke =>

Zwischen Corona und Krieg im Kaukasus

Bischof Markus Schoch aus Georgien betreut auch Gemeinden in Armenien und AserbaidschanOb er die Familien der Gefallenen besuchen könnte? Mit dieser Bitte wandte sich die aserbaidschanische Religionsbehörde an Gotthard Lemke. Der Ruhestandspfarrer aus Thüringen ist von der Evangelischen Kirche in Deutschland in die Aserbaidschanische Gemeinde in der Hauptstadt Baku entsandt. Das Land ist zu 96 Prozent muslimisch. Der Liste mit den Angehörigen war es egal. So ging der Seelsorger mit Päckchen einer Art „Weihnachten im Schuhkarton“ aus Amerika zu den Familien der Gefallenen. Sie waren gern genommen. Lemke hörte oft den Tenor: „Der Tod muss einen Sinn gehabt haben.“ Dennoch sind Evangelische in Georgien, Armenien und Aserbaidschan trotz Krisen miteinander eng verbunden. =>

Zerbrechliches Südseeparadies

Juliette Pita, Künstlerin, Vanuatu, MelanesienDen Weltgebetstag hat in diesem Jahr das kleine Pazifik-Archipel Vanuatu vorbereitet: Ach, du meine Güte! So der erste Stoßseufzer beim ersten Blick auf das Land, aus dem die Liturgie zum Weltgebetstag der Frauen in diesem Jahr kommt. Wer hat denn schon den Namen „Vanuatu“ gehört? „Vanu – was?!“, so dachte auch Katja Dorothea Buck in ihrer Einleitung eines schmalen, aber gehaltvollen Büchleins zu diesem Land, das zur Kolonialzeit Neue Hebriden hieß. Die Journalistin reiste bereits vor einem Jahr dorthin um den halben Weltball. Zum Glück! So brachte sie noch rechtzeitig vor Corona ihre Geschichten aus der Südsee mit. =>

„In größter Not Hoffnungszeichen setzen“

Stepanakert Wiederaufbau der KircheDie Armenische Evangelische Gemeinde in Stepanakert baut Kirche und Kindergarten wieder auf. Die Gebäude in der Hauptstadt Nagorny Karabachs waren nach dem Beschuss im Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan beschädigt. Zwischen Ende September und Mitte November 2020 tobten die Kämpfe zwischen Armenien und Aserbaidschan um das Gebiet Nagorny Karabach (Berg-Karabach) oder Arzach – einem Gebiet gut halb so groß wie Unterfranken und etwas mehr Einwohnern als Würzburg. Viele Schäden lassen sich rund hundert Tage nach dem Waffenstillstand nicht einfach reparieren. Während der Kampfhandlungen flohen rund 100.000 Menschen aus Nagorny Karabach nach Armenien. Etwa die Hälfte von ihnen kann und will nicht mehr zurückkehren, da ihre Wohngebiete nun unter aserbaidschanischer Kontrolle stehen. =>

Enge Gemeinschaft trotzt Geldsorgen

Die 94-Jährige in einem Amsterdamer Pflegeheim stammt ursprünglich aus Deutschland. Natürlich spricht sie fließend Holländisch, da sie beinahe ihr ganzes Leben in den Niederlanden verbracht hat. Vielmehr: Sie sprach es. Denn die Demenz brachte auch das Vergessen der Sprache. Es bleibt ihr nur noch die Muttersprache Deutsch. Niemand im Altenheim kann sich mit ihr verständigen. Ihre Kinder leben längst wieder in Deutschland – weit entfernt von den Niederlanden. Da wandte sich das Pflegepersonal an die Deutsche Evangelische Gemeinde vor Ort. So berichtet es Michael van der Werf bei intensiven Telefonaten mit dem Evangelischen Sonntagsblatt. Als Vorsitzender des Kirchenrates ist er bei der Deutschen Evangelischen Gemeinde (DEG) engagiert. =>