„Notwendige Gefährtin“ und Teilhaberin

Theophanu und ihr Sohn Otto III.Frauen an die Macht! Bei einem genauen Blick auf diese moderne Forderung zeigt sich jedoch: Auch schon früher konnten manche Frauen durchaus Macht ausüben – wenn auch einzelne. Was war dort vor tausend Jahren? Zum Internationalen Frauentag am 8. März geht das Sonntagsblatt Spuren aus der Zeit von etwa 950 bis 1200 nach. Diese Idee entstand aus Impulsen der Mainzer Ausstellung „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht“. Auch wenn sie leider noch geschlossen ist, so gab es doch durch sie spannende Einblicke =>

Zwischen Corona und Krieg im Kaukasus

Bischof Markus Schoch aus Georgien betreut auch Gemeinden in Armenien und AserbaidschanOb er die Familien der Gefallenen besuchen könnte? Mit dieser Bitte wandte sich die aserbaidschanische Religionsbehörde an Gotthard Lemke. Der Ruhestandspfarrer aus Thüringen ist von der Evangelischen Kirche in Deutschland in die Aserbaidschanische Gemeinde in der Hauptstadt Baku entsandt. Das Land ist zu 96 Prozent muslimisch. Der Liste mit den Angehörigen war es egal. So ging der Seelsorger mit Päckchen einer Art „Weihnachten im Schuhkarton“ aus Amerika zu den Familien der Gefallenen. Sie waren gern genommen. Lemke hörte oft den Tenor: „Der Tod muss einen Sinn gehabt haben.“ Dennoch sind Evangelische in Georgien, Armenien und Aserbaidschan trotz Krisen miteinander eng verbunden. =>

Zerbrechliches Südseeparadies

Juliette Pita, Künstlerin, Vanuatu, MelanesienDen Weltgebetstag hat in diesem Jahr das kleine Pazifik-Archipel Vanuatu vorbereitet: Ach, du meine Güte! So der erste Stoßseufzer beim ersten Blick auf das Land, aus dem die Liturgie zum Weltgebetstag der Frauen in diesem Jahr kommt. Wer hat denn schon den Namen „Vanuatu“ gehört? „Vanu – was?!“, so dachte auch Katja Dorothea Buck in ihrer Einleitung eines schmalen, aber gehaltvollen Büchleins zu diesem Land, das zur Kolonialzeit Neue Hebriden hieß. Die Journalistin reiste bereits vor einem Jahr dorthin um den halben Weltball. Zum Glück! So brachte sie noch rechtzeitig vor Corona ihre Geschichten aus der Südsee mit. =>

„In größter Not Hoffnungszeichen setzen“

Stepanakert Wiederaufbau der KircheDie Armenische Evangelische Gemeinde in Stepanakert baut Kirche und Kindergarten wieder auf. Die Gebäude in der Hauptstadt Nagorny Karabachs waren nach dem Beschuss im Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan beschädigt. Zwischen Ende September und Mitte November 2020 tobten die Kämpfe zwischen Armenien und Aserbaidschan um das Gebiet Nagorny Karabach (Berg-Karabach) oder Arzach – einem Gebiet gut halb so groß wie Unterfranken und etwas mehr Einwohnern als Würzburg. Viele Schäden lassen sich rund hundert Tage nach dem Waffenstillstand nicht einfach reparieren. Während der Kampfhandlungen flohen rund 100.000 Menschen aus Nagorny Karabach nach Armenien. Etwa die Hälfte von ihnen kann und will nicht mehr zurückkehren, da ihre Wohngebiete nun unter aserbaidschanischer Kontrolle stehen. =>

Enge Gemeinschaft trotzt Geldsorgen

Die 94-Jährige in einem Amsterdamer Pflegeheim stammt ursprünglich aus Deutschland. Natürlich spricht sie fließend Holländisch, da sie beinahe ihr ganzes Leben in den Niederlanden verbracht hat. Vielmehr: Sie sprach es. Denn die Demenz brachte auch das Vergessen der Sprache. Es bleibt ihr nur noch die Muttersprache Deutsch. Niemand im Altenheim kann sich mit ihr verständigen. Ihre Kinder leben längst wieder in Deutschland – weit entfernt von den Niederlanden. Da wandte sich das Pflegepersonal an die Deutsche Evangelische Gemeinde vor Ort. So berichtet es Michael van der Werf bei intensiven Telefonaten mit dem Evangelischen Sonntagsblatt. Als Vorsitzender des Kirchenrates ist er bei der Deutschen Evangelischen Gemeinde (DEG) engagiert. =>

Hoffnung auf „Leben in Fülle“ trotz Krieg

Mathilde Sabbagh in HassakehGleich am ersten Tag nach ihrer Rückkehr flog eine Rakete auf das Haus in Hassakeh. „Ich habe sie als Erinnerung aufgehoben“, berichtet Mathilde Sabbagh. Sie engagiert sich seit fünf Jahren als erste Pfarrerin dort in den kurdischen Gebieten im Nordosten Syriens. Zu ihrer Nationalen Evangelischen Synode in Syrien und Libanon (NESSL) gehören in Syrien 18 Gemeinden mit rund 10.000 Gemeindegliedern – neben rund 6.000 Gemeindemitgliedern im Libanon. „Die Jugendlichen haben in ihrem Leben fast nichts anderes als Krieg erlebt“, weiß sie. =>

„Anna hat das Leben unendlich bereichert“

Sie wird ungewollt schwanger – und schenkt dann noch einer schwer behinderten Tochter das Leben. Die Münchnerin Anni Stiegler, 1945 geboren, erlebt als junge Frau mit gerade einmal 25 Jahren eine gänzlich unerwartete Herausforderung. Zunächst einmal heiratet sie den zukünftigen Vater ihres Kindes, obwohl sie ihn kaum kennt. Zusammen übernehmen sie die Gaststätte ihrer Eltern im Rheinland. Doch auch er wird seiner Verantwortung gerecht und stellt sich der ungewollten Aufgabe. Er übernimmt den Ausschank der Gaststätte. Bald ist er als Wirt beliebt. Ihr Leben könnte nun in ruhigen Bahnen verlaufen. =>

War Lukas in Wahrheit Lydia?

Heilige in den Katakomben RomsSie erscheint in der Mitte des Werkes: In der Apostelgeschichte 16,14 lässt sich die Purpurhändlerin Lydia als erste Christin in Europa von Paulus bekehren. „Eine Stelle, an der ein antiker Autor manchmal eine Signatur hinterlässt“, meint Joachim Habbe. Lydia ist ferner eine wohlhabende, gebildete und gottesfürchtige Frau – sie steht also trotz griechischer Herkunft dem Judentum nahe. Sie kennt Philippi als ihre Heimat genau. „Das lukanische Doppelwerk stammt aus Philippi.“ Das meinte nach Habbe bereits Peter Pilhofer in seinem Buch über „Philippi“ von 1995 aufgrund der Ortskenntnisse. Ab da ist auch öfter ein „Wir“ in der Apostelgeschichte unterwegs. =>

War JHWH immer Einzelgänger?

Gezer-Kalender und Elfenbein aus SamariaWar der Einzelgänger JHWH etwa verheiratet? Die Auserwählte kennen wir sogar mit Namen: Aschera. Dabei erscheint JHWH doch als grimmiger, eifernder Einzelgänger, der alleinige Gott Israels, dessen Name nur mit den vier Buchstaben umschrieben wird und noch nicht einmal ausgesprochen werden darf.  Doch unmissverständlich sagt eine neu aufgefundene Inschrift, die mit Tinte auf Vorratskrüge in Kuntillet Ajrud auf dem Sinai um 800 vor Christus geschrieben ist: „Ich habe Euch gesegnet durch JHWH und seine Aschera.“ Der Glaube an ihn entwickelte sich erst … =>

Glauben und Gehorsam – was galt?

Fruehe_Christin_Katakomben_RomDem Apostel Paulus lagen die Frauen am Herzen: Er empfahl am Ende seines Römerbriefes der Gemeinde dort mehrere Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Darunter auch „unsere Schwester Phoibe, die Dienerin (diákonos) der Gemeinde ist“. Kurz darauf bekannte er: „Denn auch sie war für viele ein Beistand (próstatis), auch für mich selbst“ (Römer 16,1 f.). Dieses Wort kann genauso „Vorstand, Vorsteherin“ heißen. Es zeigt ihre Bedeutung. Und die Schwierigkeiten des Apostels, dies in Worte zu fassen. Den Frauen kommt im frühen Christentum eine große Bedeutung zu. Als Asketinnen und Märtyrerinnen konnten sie „wie Männer werden“ und großes Ansehen gewinnen – aber auch als Jungfrauen und Witwen. Das war nicht nur in der Apostelzeit so, sondern es ging um grundsätzliche Fragen … =>