Wem gehört Bonhoeffer?

Ist er ein Kämpfer gegen die menschenverachtende Diktatur oder ein Quasi-Heiliger? 75 Jahre nach der Hinrichtung Dietrich Bonhoeffers könnte alles über ihn gesagt und erforscht sein. Doch ließ sich gerade nun ein Streit darüber verfolgen, ob die „Religiöse Rechte“ ihn als „Theologen und Widerstandskämpfer immer schamloser als einen der ihren im politischen Tageskampf instrumentalisiert“. Aufgeworfen hatte diese Frage Arnd Henze bereits Ende 2019 in den „zeitzeichen“ in seinem Artikel „Wem gehört Bonhoeffer?“: Dem Journalisten und EKD-Synodalen war aufgefallen, dass Trump-Anhänger sich zunehmend auf den Widerstandskämpfer berufen. =>

Heime und Helfende in der Corona-Krise

Abschied zu nehmen – das soll bleiben. Wenn ältere Menschen in Senioren- und Pflegeheimen im Sterben liegen – dann sollen die Angehörigen kommen dürfen – unter strikten Sicherheitsvorkehrungen. Ansonsten bleibt etwa der Hospizdienst Rothenburg mit den Menschen in Heimen durch indirekte Formen, per Post, E-Mail oder Skype in Kontakt. Jetzt in Corona-Zeiten gilt in Kliniken, Senioren- und Behinderteneinrichtungen ein generelles Besuchsverbot. Veranstaltungen und Beschäftigungsangebote sind kaum mehr möglich. Verkündigung und Seelsorge im direkten Kontakt ebenso wenig. Wie gefährlich Corona gerade in Pflegeheimen zuschlagen kann, zeigen die traurigen Ereignisse in Würzburg. =>

Kilos nicht zum Kern des Lebens machen

Dicke_Freunde_Hersbruck_Evangelisches_Sonntagsblatt_Foto_BoreeUm gut ein Drittel hat sie sich bereits reduziert: Nadya Nerdenyan ist nun viele Kilo leichter. Zuvor konnte sie sich kaum mehr bewegen: Nach einem Sturz machten ihr Knie nicht mehr mit. Das konnte nicht mehr so weitergehen! Schließlich war sie erst Anfang 50. Sie ließ sich im Regensburger Krankenhaus St. Josef den Magen verkleinern. Bereits vor zwei Jahren, noch vor dem medizinischen Eingriff, gründete sie für ihre Region in Hersbruck die Selbsthilfegruppe „Dicke Freunde“. Die Operation war für sie keine einfache Entscheidung. Sie verlief auch nicht leicht … =>

Kulturelle Hürden lassen sich verringern

Nurten bleibt beweglich – und selbstständig. Die 79-jährige Nürnbergerin, die ursprünglich aus der Türkei stammt, kann noch alleine leben. Und dies, obwohl Nurten E.* unter Parkinson leidet. Möglich macht dies auch der Verein HeHanI e. V., die „Helfende Hand international“. Eine ehrenamtliche Helferin besucht Nurten regelmäßig. Sie kocht mit ihr zusammen und bringt ihr genauso die Wäsche in den Keller. Zwar lebt auch Nurtens Tochter mit ihrer Familie in Nürnberg, berichtet Annette Weigand-Woop als Koordinatorin der Gruppe. Doch könne sie es allein nicht stemmen, dass die Mutter noch selbstständig leben kann. Und Nurten wehrt sich mit Händen und Füßen dagegen, in ein Heim umziehen zu müssen. =>

Hundert Jahre und immer neue Fragen

„Demütig“ ­– so Nadja Bennewitz – war die Haltung der allermeisten evangelischen Frauenverbände gegenüber der Kirchenleitung. Sie vernetzten sich am 2. Februar 1920 als „Vereinigung evangelischer Frauenverbände Bayerns“ (EFB) in Nürnberg. Nun, am 2. Februar 2020, feiern sie ihr hundertjähriges Bestehen mit einem Festprogramm in der Nürnberger St.-Martha-Kirche. Bereits zum 90. Geburtstag vor zehn Jahren folgte die Historikerin Nadja Bennewitz akribisch den Spuren der „Evangelischen Frauenarbeit Bayern“.  16 gut gefüllte Ordner mit Sitzungsprotokollen oder Dokumenten über langatmige Gremienarbeit pflügte sie dabei durch.

Hey, in diesem Lager wärst du gewesen?

Es war wahrscheinlich gar nicht böse gemeint: Nach einem Besuch in einer Gedenkstätte fragten die Mitschüler ihren jüdischen Klassenkameraden: „Hey, hier wärst du gewesen?“ So berichtet es Marina Chernivsky vom „Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland“. Sie war eigens aus Berlin angereist, um beim Fachtag „Antisemitismus und Schule“ im Jüdischen Museum Fürth aus ihrer Arbeit zu berichten. Der Fachtag Ende 2019 war mit 80 Anmeldungen schon Wochen zuvor ausgebucht. =>

Wandlung vom Künstler zum Mythos

Am Ende steht der „Sonnenuntergang“. Das ist für eine Werkschau nicht ganz ungewöhnlich. Doch in der Ausstellung „Making van Gogh“ des Frankfurter Städel-Museums eröffnet es neue Perspektiven. In seinem Werk „Weiden vor Sonnenuntergang“ spielt der Maler Vincent van Gogh (1853–1890) mit den Farbkontrasten: Die Gold- und Brauntöne, die das Werk dominieren, lassen die bläulichen Weiden noch deutlicher hervortreten.

Zurück blieb die Frau seines Bruders Theo, Johanna van Gogh-Bonger (1862–1925), mit dem einjährigen Sohn Vincent Willem, Hunderten nachgelassener Werke Vincents sowie dem intensiven Briefwechsel der Brüder.

Begnadeter Leiter und Lehrer

Sie bestellten einen Wolgemut und bekamen einen Grünewald: also viel wertvoller als erwartet. Die Gemeinde Bindlach gab diesen Altar von 1503 später nach Lindenhardt weiter, nachdem die Kirche dort von einem Brand heimgesucht worden war. Erst 1926 erkannte der Kunsthistoriker Karl Sitzmann seinen wahren Wert. Allerdings schuf Grünewald seinen Lindenhardter Altar nachweislich mit Werkzeugen, die sich der Wolgemut-Werkstatt zuordnen lassen. Grünewald muss also in jungen Jahren um 1503 enge Verbindung zu Wolgemut gehabt oder bei ihm gearbeitet haben.
Bei wem? =>

Bitterkeit unterm Christbaum?

Dann erst ist ohne Bitterkeit / das Herz uns zum Gesange weit.“ Habe ich mich da nicht im Verlauf des Kirchenjahres vertan? Nein, auch dies sind die letzten Verse eines Weihnachtsliedes. Sie stehen sogar im Gesangbuch zu Weihnachtszeit  (EG 50). Und zwar in dem etwas unbekannteren Werk „Du Kind, zu dieser heilgen Zeit“ des berühmten Liederdichters Jochen Klepper. Da nahm ich einen Impuls der adventlichen „Tage der Stille“ bei der Diakonie-Gemeinschaft Puschendorf auf: Ich ließ nicht nur das bekannteste Lied des Dichters „Die Nacht ist vorgedrungen“ auf mich wirken, sondern suchte auch nach anderen weniger bekannten Versen Jochen Kleppers. … =>

Auf der Suche nach einer Heimat ohne Hass

Ein Raunen ging durch das Publikum: Drei bis vier Stun-den sollte die Lesung dauern, kündigte Dunja Hayali gleich zu Beginn an. Dabei begann die Veranstaltung in der voll besetzten Rothenburger Reichsstadthalle doch erst kurz nach acht Uhr abends! Gut drei Stunden dauerte sie tatsächlich – doch sie war so kurzweilig, dass wohl niemand oft auf die Uhr schauen musste. „Bin ich anders?“, fragt Dunja Hayali vor einiger Zeit ihre alten Freundinnen, die sie seit ihrer Kinderzeit kannte. Diese überlegten lange … =>