Lutherische Akzente in polnischer Diaspora

Pfarrer Karol Długosz in der Breslauer St.-Christophori-Kirche„Ein feste Burg ist unser Gott“: Das klang am Reformationstag im westpolnischen Breslau morgens auf Deutsch und abends auf Polnisch. In der Christophori-Kirche feiert Pfarrer und Propst Administrator Karol Długosz zweimal das Reformationsfest. Organist Tomasz Kmita-Skarsgård begleitete dies meisterhaft auf der Orgel. „In der Gemeinde hängt das Kreuz an der Wand, nicht der Pass“, so Karol Długosz. Die lutherische St. Christophori-Gemeinde Augsburgischen Bekenntnisses (A. B.) direkt am Rande der Breslauer Altstadt ist mehrsprachig. Zu den rund hundert Gemeindemitgliedern gehören noch einige ältere Menschen, Überlebende der deutschen Zeit vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Dann Zugezogene aus den letzten Jahren nach dem EU-Beitritt Polens. Und erst zu Pfingsten waren sieben Neumitglieder eingetreten. Und Amerikaner im deutschsprachigen Gottesdienst wünschen sich einen lutherischen Gottesdienst auf Englisch. Dies wird nun geplant. … =>

Spurensuche im „Labyrinth der Zeiten“

Labyrinth der Zeiten: Mordechai W. Bernstein im jüdischen Museum MünchenEine  Madonna, die um Jesus trauert – in einer Ausstellung über „1.700 Jahre deutsch-jüdische Geschichte“? Was auf den ersten Blick irritiert, erschließt sich schließlich durch doppelte Brechung „Im Labyrinth der Zeiten“ und führt zu erstaunlichen Aha-Erlebnissen. Das jüdische Museum München begibt sich damit auf die Spuren Mordechai Wolf Bernsteins (1905–1966). Zwischen 1948 und 1951 begab er sich auf eine Irrfahrt zu rund 800 Orten quer durch Deutschland – auf der Suche nach Überresten von Spuren jüdischer Kultur in Deutschland. Die Pietà aus dem 14. Jahrhundert aber fand er in der ehemaligen Schnaittacher Synagoge östlich von Fürth. Das Gotteshaus ging in der Pogromnacht 1938 nicht in Flammen auf: Der Leiter des örtlichen Heimatmuseums Gottfried Stammler  die Synagoge nun zu einem Spottpreis. Umgehend behauptete er, dass sie eine Kirche gewesen sei. … =>