Lässt sich der Schrecken überwinden?

Konnte der „Schnabeldoktor“ überhaupt etwas sehen? Aufgrund des eingeschränkten Sichtfeldes und schlechter Luftzufuhr war die Schnabelmaske für den Pestarzt wohl nicht sehr praktisch – auch wenn sie vor Ansteckung schützen sollte. Im westfälischen Herne macht sich eine Sonderausstellung im Museum für Archäologie auf die Suche nach Spuren zur „Pest“. Dort, im nördlichen Ruhrgebiet, zeigt sie auf, wie diese Geißel das Denken und Leben der Menschen veränderte.  =>

Wandlung vom Künstler zum Mythos

Am Ende steht der „Sonnenuntergang“. Das ist für eine Werkschau nicht ganz ungewöhnlich. Doch in der Ausstellung „Making van Gogh“ des Frankfurter Städel-Museums eröffnet es neue Perspektiven. In seinem Werk „Weiden vor Sonnenuntergang“ spielt der Maler Vincent van Gogh (1853–1890) mit den Farbkontrasten: Die Gold- und Brauntöne, die das Werk dominieren, lassen die bläulichen Weiden noch deutlicher hervortreten.

Zurück blieb die Frau seines Bruders Theo, Johanna van Gogh-Bonger (1862–1925), mit dem einjährigen Sohn Vincent Willem, Hunderten nachgelassener Werke Vincents sowie dem intensiven Briefwechsel der Brüder.

Begnadeter Leiter und Lehrer

Sie bestellten einen Wolgemut und bekamen einen Grünewald: also viel wertvoller als erwartet. Die Gemeinde Bindlach gab diesen Altar von 1503 später nach Lindenhardt weiter, nachdem die Kirche dort von einem Brand heimgesucht worden war. Erst 1926 erkannte der Kunsthistoriker Karl Sitzmann seinen wahren Wert. Allerdings schuf Grünewald seinen Lindenhardter Altar nachweislich mit Werkzeugen, die sich der Wolgemut-Werkstatt zuordnen lassen. Grünewald muss also in jungen Jahren um 1503 enge Verbindung zu Wolgemut gehabt oder bei ihm gearbeitet haben.
Bei wem? =>

Sind Tiere oder Engel unser Vorbild?

Respekt vor anderen – und dies auf Augenhöhe. Dazu verhilft das Recht auf Religionsfreiheit. Da waren sich alle Gesprächspartner einig. Und es ist eine Blume im Strauß der anderen Grundrechte: die Meinungs- und Versammlungsfreiheit gehören dazu, sonst lässt sich auch die Religionsfreiheit nicht richtig ausleben. … =>

Beim Happy End nicht „abjeblendt“?

Die Nacht des Jubels – und alles war gut? Weit gefehlt! Das zeigt sich besonders deutlich beim Fall der Mauer vor 30 Jahren. Die Entwicklungen überschlugen sich. Während viele Engagierte im Westen auf ihre neuen Verbündeten im Osten hofften und über einen dritten Weg nachdachten, stand dort die Wiedervereinigung im Vordergrund. Im Evangelischen Bildungszentrum (EBZ) Bad Alexandersbad dachte nun eine hochkarätig besetzte Wochenendtagung mit mehr als hundert Teilnehmenden zum Thema „Vorwärts – und schnell vergessen“ über „30 Jahre Einigkeit und Recht und Freiheit“ nach. Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer hatte dort viele Jahre hindurch die deutsch-deutschen Tagungen geprägt. …  =>

Verwitterte Lebenszeichen bewahren

Jetzt gibt es Krieg! Mit dieser Überzeugung gingen wir schlafen, in dieser Nacht des 9. November 1989. Nie würden die Russen „ihre“ Besatzungszone aufgeben, ihre Kronjuwelen aus dem letzten Krieg. Die letzten Bilder dieses Abends zeigten mir eine russische Kaserne tief im Osten Berlins. Da blieb alles ruhig – noch. Wie würden wir durch die Nacht kommen? Am nächsten Morgen blinzelte ich vorsichtig in eine Welt, in der immer noch keine Atombombe gefallen war. … =>

Wächteramt der Kirche: Was heißt es heute?

„Es ging ihm um Gerechtigkeit.“ So fasst Pfarrer Christoph Sigrist das Wirken Ulrich Zwinglis in einem Satz zusammen. Das Zwingli-Jahr 2019 ist für ihn ein guter Anlass zu hinterfragen, was Kirche in einer Stadt wie Zürich für Spuren hinterlassen kann. Christoph Sigrist ist der 33. Nachfolger Zwinglis an der Züricher reformierten Hauptkirche, dem Grossmünster. Diese Zahl habe zumindest einer seiner Söhne mal nachgerechnet, schmunzelt der Pfarrer. Dann ist er wieder ernst: Das Zwingli-Jahr 2019 ist für ihn kein Grund zum Feiern, eher ein Gedenkjahr, „so lange die Kirche noch gespalten ist“. Zwingli wäre heute wütend. Da ist sich Christoph Sigrist sicher. … =>

Auf der Suche … zum aktuellen Zwingli-Film

„Gott, ich bin dein Gefäß, brauche mich oder zerbrich mich“, flehte der Kranke. Es ist eine Schlüsselszene des aktuellen Films über den Reformator Zwingli. Im Herbst 1519 hatte er sich an der Pest angesteckt. Und: Er überlebte. 2019 ist Zwingli-Jahr – so wie vor zwei Jahren das 500. Jubiläum von Luthers Thesenanschlag im Mittelpunkt stand. Denn am 1. Januar 1519 kam der Schweizer Reformator Huldrych oder Ulrich Zwingli (1484–1531) nach Zürich. Er suchte danach, Gottes Willen zu erfüllen – und legte die Basis für die Reformation dort. Stefan Haupt, der Regisseur des Zwingli-Films, arbeitet in einem unscheinbaren Mietshaus in einem alternativ angehauchten Viertel unweit des Züricher Hauptbahnhofs. … =>

Tiefere Einblicke durch vergleichende Schau

Tiefer schauen – dies könnte ein gemeinsames Motto der laufenden Ausstellungen im Nürnberger Germanischen Nationalmuseum sein. Ein wenig versetzt wurden die „Helden, Märtyrer, Heilige – Wege ins Paradies“, die Skizzenbücher Franz Marcs und die Schau „Abenteuer Forschung“ eröffnet. Sie laufen bis zum 1. September parallel. Die „Totenschilder“ sind bereits seit März zu sehen und ein vergleichender Einblick in historische Architekturbücher seit Juli 2018. Unscheinbar erscheinen zunächst die kleinformatigen Skizzenbücher des Malers Franz Marc. Dennoch sind sie ein besonderer Schatz … =>

Traumpark mit fließenden Formen

In einen Traumpark haben sich die Ansbacher Innenstadt und besonders der Hofgarten verwandelt: Die Bildhauerin Antje Tesche-Mentzen räumte ihren Ateliergarten am Simssee bei Rosenheim aus. Bis zum 13. Oktober faszinieren gut 20 ihrer Bronzeplastiken Bürger und Besucher bei der Skulpturenmeile. Ihre lebensgroßen Skulpturen und kleineren Exponate im Citrushaus setzen oft biblische oder mythische Motive um: Sie offenbaren die Liebe der Künstlerin zu Natur und Musik. =>