Prophetische Wegweisung

Axel TöllnerDie Deutung schien sich geradezu aufzudrängen: In dem Gleichnis von den „Bösen Weingärtnern“ (Markus 12 parallel) ist die Ermordung „des Sohnes“ durch die Pächter zentral. Sie führt zu der Drohung, dass der Besitzer die Bösewichte vernichten und seinen Besitz anderweitig verpachten werde. Daraus entwickelte sich in der christlichen Tradition eine antijüdische Wendung. Doch gibt es eine ähnliche rabbinische Geschichte. Der Unterschied: Diese richtet sich gegen die Feinde des jüdischen Volkes
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Gewaltsam gefangen in einer Zeitschleife?

Michael Collins nach der irischen UnabhängigkeitAlles war bereit an diesem Montag, den 16. Januar 1922: Anstelle der britischen Fahne sollte fortan die irische Trikolore über Dublin Castle wehen. Die alte Normannenfestung inmitten der Hauptstadt des künftigen irischen Freistaates ging nun feierlich an die neue provisorische Regierung. Nur die Hauptperson fehlte: Michael Collins als Repräsentant der neuen irischen Regierung. Verspätet kam er aus dem Wochenende: „Ihr seid hier seit sieben Jahrhunderten – was machen da sieben Minuten?“  =>

Ein unmöglicher Kompromiss?

Teil der irischen Verhandlungsdelegation am 6.12.1921Als „größten Tag der Geschichte“: So bezeichneten die britischen Verhandlungsführer den 6. Dezember 1921. Dabei war es mitten in der Nacht nach 2 Uhr, als endlich die Unterschriften ihren Weg auf das Dokument auf den Anglo-Irischen Vertrag fanden. Am Abend des nächsten Tages konnten sich die irischen Unterhändler – vor allem Arthur Griffith und Michael Collins – bei ihrer Abreise aus London nur mühsam einen Weg durch jubelnde Menschenmassen zum Zug bahnen.  Und das in einem der raren historischen Fälle, in dem Menschen die Verkleinerung eines Landes bejubelten … =>

Lichtträger durch die Jahrhunderte

Leuchterengel_Germanisches_NationalmuseumSie brachten Licht ins Dunkel der Kirchen: Engelleuchter aus der Zeit der Epochenwende kurz vor der Reformation sind gerade in Nürnberg gut belegt. Und von dem Patrizier Anton II. Tucher ist eine Stiftung von Kerzen gerade zur Weihnachtszeit aus den Jahren 1509 bis 1515 überliefert. Das erklärt Dr. Markus T. Huber, Sammlungsleiter in der Abteilung „Skulptur bis 1800 sowie Bauteile und historisches Bauwesen“ im Germanischen Nationalmuseum. Denn gerade in der finstersten Zeit des Jahres fehlte es auch in den spätgotischen Kirchen an Tageslicht. =>

Unterwegs zum Ziel unserer Sehnsucht

Susanne Borée, Porträt, boree.de, Evangelisches Sonntagsblatt aus BayernSchon das Jahr 2020 „erlebten wir als eine ganz besondere Reise – zu uns selbst“: Das schrieb ich Ihnen in der Weihnachtsausgabe vor einem Jahr an dieser Stelle. Dieser Weg hat sich 2021 fortgesetzt: Die anfänglichen Hoffnungen auf „Normalität“ nach dem Impfstart gegen Corona verschoben sich bald ins Ungewisse. Auf einer tieferen Ebene aber gilt auch der Satz von Herta Dietrich: „Auf meinem Weg, den Wegen allen, / geh ich zum Ort der Sehnsucht hin …“ Sie finden ihr Gedicht in unserer gedruckten Weihnachtsausgabe. Da unser „Christliches Jahrbuch“ nun auch ein Opfer der Pandemie geworden ist, will die Redaktion Ihnen nun zumindest jetzt einige Gedichte zukommen lassen. Besser als 2020 schien dieses Jahr 2021 wohl kaum mit seinen Wetterkapriolen und dem schwankenden Grund der Hoffnungen. =>

Tuten und tauchen, trommeln und tanzen

Wasserweihe griechisch-orthodoxVon einer langen Reise kommt er über das Meer. Der Heilige Vassilios – „bei uns gleichzeitig Nikolaus und Weihnachtsmann“, so Georgios Vlantis, erreicht die griechisch-orthodoxen Gläubigen erst zum 1. Januar. Der Diplomtheologe ist Geschäftsführer der ACK in Bayern. Der erste orthodoxe, dem dieses Amt anvertraut wurde. Er ist Mitglied der griechisch-orthodoxen Kirche, die in Deutschland um die 500.000 Mitglieder hat. Zu Neujahr feiert seine Kirche die Beschneidung des Herrn. Das Meer bestimmt das Leben in Griechenland zur Fortbewegung in besonderem Maße. Als weihnachtlicher Schmuck wurden früher kleine Schiffe gebastelt und beleuchtet – bevor der Weihnachtsbaum sie verdrängte. =>

Wann lag nun Jesus in der Krippe?

Jesu Geburt ökumenische gesehenStrenges Fasten – während sich im Supermarkt die Regale mit dem Adventsgebäck schier biegen und der Bratenduft zu Weihnachten aus allen Fenstern quillt? Das ist für die Mitglieder der äthiopisch-orthodoxen Kirche schon gewohnter Alltag. Während ihre Nachbarn den Weihnachtsbraten und Christstollen verspeisen, geht es karg weiter. Denn das Christfest feiern die Gemeinden am 7. Januar, erklärt der äthiopische Priester Dawit Kefyalev. Die Frage nach dem Grund führt hinein in die Vielfalt kalendarischer Traditionen. =>

Sturmzeiten bei der Marine und im Museum

Hellmuth Möhring im RothenburgMuseumWeit hallen die Schritte durch die leeren Gänge des RothenburgMuseums. „So weihnachtlich leer wie jetzt überall in Rothenburg“, meint Leiter Hellmuth Möhring. Das ist im vormaligen Reichsstadt-Museum nicht nur der Morgenstunde geschuldet. Zwei ausgefallene Weihnachtsmärkte in Folge, fehlende Gäste aus dem Ausland und lange Schließzeiten im Gaststättengewerbe haben die Touristenmetropole getroffen. Hinzu kommt der drohende Konkurs einer großen Firma. Zum Jahresende geht Möhring in den Ruhestand. =>

Trost der kleinen Lichter

Susanne Borée, Porträt, boree.de, Evangelisches Sonntagsblatt aus BayernTapfer versuchen die Lichter die zunehmende Dämmerung zu durchdringen. Wohin ich auch blicke – überall sind die Fenster hoffnungsvoll geschmückt: Die Lichter verströmen ihren warmen Schein. Viele alte Bekannte lassen sich so bei einem abendlichen Spaziergang wieder entdecken:  Viele alte Bekannte lassen sich so bei einem abendlichen Spaziergang wieder entdecken: Dort, an dieser Straßenecke erheben sich wie jedes Jahr die Sterne gen Himmel. Und da drüben die geschmackvoll drapierten Weihnachtsbäumchen! Nun gut, der Nachbar weiter hinten blinkt wie immer überladen. Und dieses Jahr hat er sich noch ein Rentier samt Schlitten aus bunten Lichtlein angeschafft! Dennoch sind sie Hoffnungszeichen … =>

Zwiebeln statt Zimt, Kümmel statt Nelken

Gewürze der WeltNach Zimt und Nelken schmeckte sie eher nicht – die alte Küche von Bethlehem und überhaupt im Heiligen Land zu biblischen Zeiten. Eher nach Koriander und Kümmel. Die südliche Levante – also Israel und Juda – übernahm viele der feinen und meist ebenso gesunden Spezereien aus dem Alten Ägypten. Diese Hochkultur schuf vorzeiten viele geschmacklichen Grundlagen der morgenländischen Küche. Was uns als typisch orientalisch erscheint und sich etwa im Nürnberger Laden „Gewürze der Welt“ dazu findet, gab es schon im Alten Testament. =>