Gott lässt sich nicht besitzen, aber erfahren

Homolka und Khorchide: Umdenken!Der Untertitel hat es in sich: „Wie Islam und Judentum unsere Gesellschaft besser machen“: Sind nicht gerade Muslime eine besondere Bedrohung für das christliche Abendland – und zwar schon seit 500 Jahren, seitdem die Türken vor Wien standen? Genau mit diesem historischen Ereignis beginnen die beiden Autoren ihren Überblick. In einem ganz besonderen Dialog entstand dies Buch: Rabbiner Walter Homolka und Mouhanad Khorchide, der in Münster zukünftige islamische Religionslehrende ausbildet, haben es zusammen verfasst. Gerade die Tatsache, dass zwei Theologen dieser beiden Religionen solch ein Buch zusammen verfasst haben, macht es bemerkenswert. =>

Editorial: Ermutigung gegen Härte der Hoffnungslosen

Susanne Borée, Porträt, boree.de, Evangelisches Sonntagsblatt aus Bayern„Du, lass dich nicht verhärten / In dieser harten Zeit. / Die allzu hart sind, brechen / Die allzu spitz sind, stechen / Und brechen ab sogleich.“ Aus einer ganz anderen Epoche scheinen diese Zeilen der „Ermutigung“ Wolf Biermanns zu stammen. 55 Jahre sind sie alt. Was gehen sie uns an? Leben wir nicht ebenfalls gerade in einer besonders rauen Zeit? Die Pandemie erscheint immer bedrohlicher als „ein Schrecken ohne Ende“. Die Zahl der Corona-Opfer steigt in der dritten Welle mehr und mehr. Auf der anderen Seite die Armut gerade bei den Schwachen.  =>

Entblättertes Schmuckstück

Renovierung der Judengasse 10/12 i Rothenburgie alten Steine sind gut abgeklopft und sorgfältig gestapelt. Selbst der alte Lehm, mit Jahrhunderte altem Stroh gemischt, ist ein Rohstoff für die Zukunft. Bei der Renovierung des Doppelhauses in der Rothenburger Judengasse 10/12 sind die alten Gebäude entblättert wie eine Zwiebel. Die Wände sind teils in mehreren Schichten abgetragen. So erlauben sie ganz unerwartete Einblicke in die Entstehungszeit vor gut 600 Jahren.  Denn um 1410 erblickte das Doppelhaus das Licht der Welt. Diese in sich geschlossene Bauweise zeigt sich schon daran, dass die Nummerierung der Sparren fortlaufend erfolgte. Dies ist gerade beim aktuellen Stand der Renovierungsarbeiten gut zu sehen. =>

Der Weg als Ziel in der Frühlingssonne

Susanne Borée, Porträt, boree.de, Evangelisches Sonntagsblatt aus BayernEndlich zeigt sich die Wiederkehr des Lebens. Endlich beginnen die ersten Sonnenstrahlen die Natur wieder aufzuwecken. Und die Knospen öffnen sich, als hätten sie nur allzu lange darauf gewartet. Kam die erste Ahnung des Frühlings in diesem Jahr besonders spät? Jedenfalls brauchte sie nach einem viel zu frühen Zwischenspiel im Februar durchaus länger als im letzten Jahr. Und darum in diesem Jahr, in diesen Zeiten der fortwährenden Erstarrung, der Einsamkeit und des fast endlosen Wartens besonders heiß begehrt. Aber auf die Frühjahrssonne scheint doch noch Verlass zu sein. Sie zeigt in diesem Jahr, mit ihrem Eintreffen kurz vor der Osterzeit, wie wichtig die Hoffnung auf die Wiederkehr des Lebens ist. =>

Jude Jesus: Herausforderung und Heimkehr

Rabbi Walter Homolka: "Jesus, eine Heimholen"Es war ein Skandalbild. Die Darstellung „Der zwölfjährige Jesus im Tempel“ von 1879 schlug hohe Wellen: Ursprünglich stellt der jüdische Maler Max Liebermann den jungen Jesus als heftig gestikulierenden, barfüßigen Jungen mit kurzem Rock Hakennase sowie der Ansatz der typischen Schläfenlocken dar.  Wenige Jahre später beugte sich Liebermann dem Druck und überzeichnete den jungen Jesus: Die Haare des Jungen erschienen nun heller und ohne Lockenansatz. Mit diesem Bild begann Rabbiner Walter Homolka seinen Online-Vortrag bei der Stadtakademie Nürnberg Mitte März zum Thema „der Jude Jesus – eine Heimholung“. =>

„Notwendige Gefährtin“ und Teilhaberin

Theophanu und ihr Sohn Otto III.Frauen an die Macht! Bei einem genauen Blick auf diese moderne Forderung zeigt sich jedoch: Auch schon früher konnten manche Frauen durchaus Macht ausüben – wenn auch einzelne. Was war dort vor tausend Jahren? Zum Internationalen Frauentag am 8. März geht das Sonntagsblatt Spuren aus der Zeit von etwa 950 bis 1200 nach. Diese Idee entstand aus Impulsen der Mainzer Ausstellung „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht“. Auch wenn sie leider noch geschlossen ist, so gab es doch durch sie spannende Einblicke =>

Zwischen Corona und Krieg im Kaukasus

Bischof Markus Schoch aus Georgien betreut auch Gemeinden in Armenien und AserbaidschanOb er die Familien der Gefallenen besuchen könnte? Mit dieser Bitte wandte sich die aserbaidschanische Religionsbehörde an Gotthard Lemke. Der Ruhestandspfarrer aus Thüringen ist von der Evangelischen Kirche in Deutschland in die Aserbaidschanische Gemeinde in der Hauptstadt Baku entsandt. Das Land ist zu 96 Prozent muslimisch. Der Liste mit den Angehörigen war es egal. So ging der Seelsorger mit Päckchen einer Art „Weihnachten im Schuhkarton“ aus Amerika zu den Familien der Gefallenen. Sie waren gern genommen. Lemke hörte oft den Tenor: „Der Tod muss einen Sinn gehabt haben.“ Dennoch sind Evangelische in Georgien, Armenien und Aserbaidschan trotz Krisen miteinander eng verbunden. =>

„In größter Not Hoffnungszeichen setzen“

Stepanakert Wiederaufbau der KircheDie Armenische Evangelische Gemeinde in Stepanakert baut Kirche und Kindergarten wieder auf. Die Gebäude in der Hauptstadt Nagorny Karabachs waren nach dem Beschuss im Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan beschädigt. Zwischen Ende September und Mitte November 2020 tobten die Kämpfe zwischen Armenien und Aserbaidschan um das Gebiet Nagorny Karabach (Berg-Karabach) oder Arzach – einem Gebiet gut halb so groß wie Unterfranken und etwas mehr Einwohnern als Würzburg. Viele Schäden lassen sich rund hundert Tage nach dem Waffenstillstand nicht einfach reparieren. Während der Kampfhandlungen flohen rund 100.000 Menschen aus Nagorny Karabach nach Armenien. Etwa die Hälfte von ihnen kann und will nicht mehr zurückkehren, da ihre Wohngebiete nun unter aserbaidschanischer Kontrolle stehen. =>

Enge Gemeinschaft trotzt Geldsorgen

Die 94-Jährige in einem Amsterdamer Pflegeheim stammt ursprünglich aus Deutschland. Natürlich spricht sie fließend Holländisch, da sie beinahe ihr ganzes Leben in den Niederlanden verbracht hat. Vielmehr: Sie sprach es. Denn die Demenz brachte auch das Vergessen der Sprache. Es bleibt ihr nur noch die Muttersprache Deutsch. Niemand im Altenheim kann sich mit ihr verständigen. Ihre Kinder leben längst wieder in Deutschland – weit entfernt von den Niederlanden. Da wandte sich das Pflegepersonal an die Deutsche Evangelische Gemeinde vor Ort. So berichtet es Michael van der Werf bei intensiven Telefonaten mit dem Evangelischen Sonntagsblatt. Als Vorsitzender des Kirchenrates ist er bei der Deutschen Evangelischen Gemeinde (DEG) engagiert. =>

Lässt Gott Warnungen und Vorzeichen zu?

Koberger: Johannesapokalypse im Germanischen NationalmuseumWas wird die Zukunft bringen? An diesem Jahreswechsel fragten sich das wohl die Menschen mehr denn je. Zeigte doch Corona im vergangenen Jahr 2020, wie schnell auch die sorgfältigsten Planungen und detailliert ausgearbeiteten Reise-Ideen scheitern konnten. Der Zufall ist gerade „schwer auszuhalten, wenn die Bedrohung existenziell wird“, so das Germanische Nationalmuseum.  Nun sollen zum Jahresbeginn Ideen aus dem Ausstellungskatalog „Zeichen der Zukunft“ Gestalt gewinnen. Der Jahreswechsel zeigt: „Die Unsicherheiten verstärkten das Gefühl, in ‚apokalyptischen Zeiten‘ zu leben“, wie der Katalog meint. =>