Prägende Begegnungen des Dichters Paul Celan

Paul Celan, Biografie und GedichteVon deinem Gott war die Rede, ich sprach / gegen ihn, ich / ließ das Herz, das ich hatte, / hoffen: / auf / sein höchstes, umröcheltes, sein / haderndes Wort –.“ Nach einem intensiven Gespräch mit Nelly Sachs, die in Schweden den Holocaust seelisch verwundet überlebt hatte, dichtete Paul Celan dieses 1960.  Theo Buck zitiert diese Sätze in seiner Celan-Biografie zum 100. Geburtstag des Dichters. Am 23. November 1920 erblickte er als Paul Antschel das Licht der Welt – und zwar in Czernowitz in der Bukowina. Er kam aus einer jüdischen, deutschsprachigen Familie. Viele Dichter von Rose Ausländer bis zu Immanuel Weissglas entstammen damals demselben Ort. Bekanntheit erlangte er als Dichter der „Todesfuge“. =>

Neue Erfahrungen gewinnen Raum

Tüten mit Materialien zur Kinderbibelwoche„Spiele, die Spaß machen, dürfen nicht sein.“ Diese Klage hörte Pfarrerin Eva Forssmann, als sie die Kinderbibeltage der Kirchengemeinde Leutershausen zusammen mit Dekanatsjugendreferentin Anna Wiemer und Pfarrerin Teresa Sichermann vorbereitete. In der ersten Hälfte der Herbstferien luden sie dazu ein – trotz Corona. Und gerade unter Corona-Bedingungen. In den letzten Tagen vor dem November-Lockdown hatte die Kirchengemeinde ihr Programm noch einmal völlig umgestellt. Nun packten Konfirmanden der Gemeinde unter strengen Hygienebedingungen Päckchen für rund 20 Kinder der Gemeinde im Grundschulalter. In jedem Paket fanden sich drei liebevoll gestaltete kleinere Päckchen: für jeden Tag der verkürzten Bibelwoche Bastelideen oder Geschichten zum Thema „Tiere in der Bibel“. =>

Lebensbaum zeigt Trauer um Bellette

Symbolbild eines juedischen FriedhofsEr ist unscheinbar und beschädigt – ein Steinpfeiler mit einem kaum mehr erkennbaren Lebensbaum und verwitterten Buchstaben. In der prunkvollen Mainzer Landesausstellung „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht“ mit ihren rund 330 Exponaten aus den fünf Jahrhunderten zwischen Karl dem Großen und den Stauferkaisern, mit ihren Goldschätzen und prachtvollen Liederhandschriften wie dem Codex Manesse fällt es kaum auf. Sicher ist die Landesausstellung am Rhein auch jetzt von den Corona-Beschränkungen betroffen wie so viele kulturelle Ereignisse landauf, landab. Und doch ist die Stele besonders anrührend: die Totenklage um ein 13-jähriges Mädchen. =>

Können Roboter Bewusstsein erlangen?

Karsten Wendland vom Karlsruher Institut für TechnologieKann eine „Künstliche Intelligenz, also kurz KI“ ein Bewusstsein entwickeln? Was würde das für den Menschen bedeuten? Dabei ist dann erst einmal zu klären, was überhaupt „Bewusstsein“ bedeutet. Der Wissenschaftspodcast „Selbstbewusste KI“ der Forschungsgruppe „KI-Bewusstsein“ des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) stellt sich diesen Herausforderungen. In zwölf Folgen nähern sich Expertinnen und Experten aus der Robotik, aber auch aus den Fachgebieten Psychologie, Philosophie, Jura, Technikgeschichte, Neurowissenschaften oder Theologie dieser Frage. Professor Karsten Wendland, der am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des KIT zum Thema Computer und Bewusstsein forscht, hat die Reihe initiiert. Er führt auch die Interviews. =>

Überfremdung, Dankopfer oder Austausch?

Fast drei Jahrhunderte und der ganze Weltkreis sind auf wenigen Quadratmetern vereint: Das Rummelsberger Diakoniemuseum hat die neue Ausstellung „Ferne Nächste“ im Diakoniemuseum in Rummelsberg eröffnet. Ein Berg an klobigen Koffern und Reisekisten zieht die Gäste in die Ausstellung hinein. Es sind originale Gepäckstücke der Missionare, mit denen sie in alle Welt unterwegs waren. Was hatten die ausgesandten Missionare und Diakonissen, Ärztinnen und Piloten im Gepäck? Die christliche Botschaft sicher. Daneben aber auch umfangreiche medizinische Kenntnisse und umfassende Hilfsbereitschaft. Im Untertitel vermeidet die Schau bewusst das Wort „Mission“, sondern präsentiert „Weltweite Diakonie aus Bayern“. =>

Dichter zwischen den Zeiten

Direkt an „seiner“ Straße liegt die Volkshochschule Ansbach. Zufall? Dem Dichter Johann Peter Uz lag die Bildung ganz besonders am Herzen. Vor genau 300 Jahren, am 3. Oktober 1720, erblickte er das Licht der Welt.  Wie viele andere Denker seiner Epoche beeindruckte auch Uz das Erdbeben von Lissabon am 1. November 1755 tief. Warum kann ein allmächtiger und gütiger Gott ein so gewaltiges Unglück wie das Erdbeben von Lissabon zulassen? Warum überdies zu Allerheiligen? Und wieso waren gerade Kirchen dem Beben zum Opfer gefallen, aber das Rotlichtviertel verschont geblieben? Gelehrte wie Voltaire, Kant und Lessing diskutierten diese Fragen. Auch Johann Peter Uz gestaltete seine poetische „Theodicee“. =>

Glaubenskrise oder Glaubensvertiefung?

Die Zeit der Stille als Zeit der Besinnung – das ist für die christliche Tradition kein neuer Gedanke. In den vergangenen Monaten gewann er jedoch eine ganz brisante Aktualität. Selbstredend waren die Wochen des Corona-Lockdowns eine intensive Krisenzeit, wie sie seit langem unvorstellbar war. Hinter sorgfältig verschlossenen Vorhängen griffen landauf, landab wohl in unzähligen Wohnungen und Häusern Ängste und Depressionen um sich. Auch Tagungshäusern und Diskussionsrunden fehlte immer mehr die notwendige Luft zum Atmen. Viele von ihnen verlagerten die Gemeinschaft ins Netz. Zoom-Seminare und Online-Andachten schufen eine Nähe, die es in der realen Welt nicht mehr geben konnte. „Die Erde wehrt sich“: Unter diesem Titel fassten die Theologen Klara Butting und Gerard Minnaard zwölf „Besinnungen in besonderen Zeiten“ zusammen. =>

Editorial: Rücksichtnahme gegen Gewohnheit?

Jetzt begann also die Schulzeit auch in Bayern wieder. Mal sehen, wie lange es dauert, bis die ersten Klassen geschlossen werden, weil die Kinder verschnupft und verhustet sind! Die Erkältungen werden sicher bald grassieren – fielen sie doch im Frühjahr weitgehend aus, da die Erreger jeglichen Infekts Abstandsregelungen nicht mögen!  Es ist jedenfalls von Vorteil, dass die Schüler und Schülerinnen jetzt erst einmal auch im Unterricht Masken tragen sollen. Das vermindert das Risiko von Ansteckungen ja ganz offenbar. Dies ist wichtig, obwohl viele Eltern nach Einschätzung des Bayerischen Elternverbandes (BEV) schon jetzt verschnupft sind und dagegen Sturm laufen. Zusammen mit dem Verband halte ich diese Reaktion für überzogen. Die Maske ist ja wohl die einfachste Form der Rücksichtnahme!  =>

Editorial: Der Wegweisung folgen

Den Pfeilen folgen – auf einer größeren Radtour in fremden Regionen sind wir fast darauf angewiesen, um uns orientieren zu können. In den vergangenen Wochen war ich mit meinem Fahrrad an der Elbe von Magdeburg bis Pirna unterwegs. Danach bin ich von dem Strom abgeschwenkt, und habe die Tour entlang kleinerer Flüsschen wie der Mulde und Pleiße Richtung Leipzig beendet. Da kostet die Orientierung natürlich Zeit und auch ein wenig Mühe. Umwege sind einzukalkulieren. Doch hat diese Herausforderung durchaus ihren Reiz! Wir achten dabei viel intensiver auf die Umgebung, auf die kleinen Hinweise entlang der Strecke. =>

Schreiben als Kraftquelle

„Ich hatte den Text sofort, hatte ihn im Kopf und dann gleich aufgeschrieben.“ So beschreibt Erik Ude die Entstehung seines preisgekrönten Gedichts. Der 59-jährige Autor wohnt seit drei Jahren im Haus Altmühltal der Rummelsberger Diakonie in Pappenheim. Schon seit seiner Kindheit schreibt er gerne – am liebsten prägnante Nacherzählungen von Märchen. Viele dicke Schreibhefte hat er bereits damit gefüllt. Daneben arbeitet er aber immer auch an Gedichten. Er schreibt sie in seiner faszinierenden, fast künstlerischen Handschrift auf. Im bundesweiten Literaturwettbewerb 2020 hat es der Bielefelder Verein „Die Wortfinder e. V.“ für seinen Kalender ausgewählt. Sabine Feldwieser von den „Wortfindern“ verrät vorab: „Da das Gedicht von Herrn Ude das Jahr so schön zusammenfasst, haben wir allein für seinen Beitrag die letzte Jahreswoche reserviert.“ =>