Langsam wieder zu leben beginnen, das war ihr Wunsch vor einem Jahr! Im Gespräch mit einer Frau in der Lebensmitte, die erst kurz zuvor eine ADHS-Diagnose erhalten hatte, entstand eine Spurensuche, wie sie damit umgeht. Und jetzt, nach gut einem Jahr? Ist Anna (wie wir sie nannten, der tatsächliche volle Name ist aber der Redaktion bekannt) auf ihrem Weg weitergekommen?„Manche Tage sind wie ein Jonglieren mit zu vielen Bällen“, seufzt sie. Dann hebt sie lächelnd den Kopf: „Aber muss ich alle oben behalten? Muss ich mich damit unter Stress setzen?“ Sie habe sich in den vergangenen Monaten intensiv damit beschäftigt, mit solchen Ansprüchen kreativer umzugehen. =>
Spiel mit der Liebe
Eine Frau Mitte 50 verkriecht sich in eine eigene Wirklichkeit. Zumindest während der Nacht – bis im Nebenzimmer dann ihr Mann ihre Hilfe braucht. Er ist schwer an Multipler Sklerose erkrankt: Ohne die Hilfe seiner Partnerin geht nichts mehr – auch wenn er als Schriftsteller durchaus Erfolge feiert und Preise entgegennehmen kann. Demgegenüber hangelt sich seine Frau immer noch als Tänzerin und Performerin von einem Projekt zur erneuten Förderung. Aus diesen Zutaten entwickelt Martina Hefter ihren preisgekrönten Roman über Liebesschwindel. Er hat durchaus autobiografische Züge: Auch der Mann der Autorin leidet an Multipler Sklerose, sie pflegt ihn. =>
Prächtige Kunst für problematischen Fürsten
Sie ist das größte Ausstellungsstück einer prunkvollen Schau: Die Moritzburg in Halle selbst, Sitz des örtlichen Kunstmuseums und nun der Sonderausstellung zur Frührenaissance. 1479 begann ihr imposanter Ausbau durch den jungen Ernst II., Erzbischof von Magdeburg. Als Elfjähriger kam er bereits Anfang 1475 in dies Amt. Denn er entstammte der Fürstenfamilie der Wettiner, deren Territorien an die Magdeburger Gebiete angrenzten. Damit war er der jüngere Bruder Friedrichs des Weisen (* 1463) . Da lohnt sich auch eine Beschäftigung mit ihm. =>
Glücksmomente in grauem Winteralltag
„Damit du auch weißt, wie schön du bist.“ Mit diesem Zuspruch schmückten die Rothenburger Klinikclowns, Heimleiterin Denise Hoffmann mit einem glänzenden Tuch. Nicht genug damit: Sie wurde auch gleich noch begossen, „damit deine Schönheit weiterwachsen kann“ . Im Bürgerheim des Rothenburger Spitalhofs sind die Clowns Frau Funkel und Herr Zickzack – alias Ursula Memhardt und Peter Baummüller – alle drei Wochen einen ganzen Nachmittag lang unterwegs, um die Senioren dort zu beglücken. Ohne ihre Masken sind sie auch seit langem im örtlichen Hospizverein engagiert. Mit einem besonderen Mitbringsel erwärmen sie die Herzen … =>
Wozu Hilfe führen kann
Er sollte das Land vor der Hungersnot schützen – und nutzte diese Krisenzeit, um die Bevölkerung in Unfreiheit zu stürzen. Ja, das stand überhaupt nicht in meiner Kinderbibel – auch während der Kindergottesdienste reichte die Zeit offenbar nicht aus, um bis zu dieser Episode zu kommen. Und dabei war die Geschichte Josefs – des Jungen, den die bösen Brüder in den Brunnen schmissen und dann an Händler verkauften – durchaus dort immer mal wieder Thema. Die „Zeit zwischen den Jahren“ nutzte ich, indem ich mich mit einer Gruppe in diese Geschichte versenkte. Und dabei einmal wieder feststellen konnte, dass in der Bibel so viel mehr steht als wir erinnern. =>
Vor 200 Jahren entstand die Braille-Schrift
Louis Braille erblickt am 4. Januar 1809 im französischen Ort Coupvray das Licht der Welt. Dies zunächst drei Jahre lang: Denn dann kam es zu einem Unfall in der Sattlerwerkstatt seines Vaters mit einer scharfen Ahle am Auge: Es entzündete sich, was auch auf das zweite Auge übergriff: Beide erblindeten. Doch der Junge gab sich nicht mit seinem Schicksal zufrieden: Er wollte lesen lernen wie andere auch – und nicht darauf warten, bis andere Zeit fanden, um ihm vorlesen zu können. =>
Reliquiensammler als Helfer der Reformation
In Erinnerung blieb er vor allem als Beschützer Martin Luthers während der ersten stürmischen Jahre der Reformation. Doch diese Bewertung wird der Regierung Friedrichs des Weisen (*1463) nur teilweise gerecht – so Armin Kohnle. Im Vorfeld von Friedrichs 500. Todestages zum 5. Mai 1525 hat der Leipziger Kirchengeschichtler eine kompakte, denoch detailreiche und gut lesbare Biografie verfasst. Sicherlich war dem Kurfürsten seine Rolle als solcher Schutzherr nicht in die Wiege gelegt worden. Seine Frömmigkeit erscheint eher mittelalterlich. Schon 1493 erfüllte er sich wohl ein persönliches Bedürfnis: Er pilgerte ins Heilige Land. Schon von dieser Reise brachte er zahlreiche Reliquien mit. Sie bildeten den Grundstock für eine bald ausufernde Sammlung …. =>
Der Stern, der uns begleitet …
Unter welchem Stern stand dieses Jahr 2024 für Sie? Waren es Monate der Unsicherheit oder Angst? Der Erstarrung? Begleiteten schöne persönliche Erinnerungen bei Ihnen den Reigen dieses Jahres? Gerade in Zeiten der Unsicherheit gewinnt die Rückbesinnung auf liebe Traditionen neue Bedeutung. Die Weihnachtslieder stärken uns da den Rücken.
Es gibt unter ihnen aber auch Verse voller harter Kontraste: „Du Kind, zu dieser heil’gen Zeit / gedenken wir auch an dein Leid, / das wir zu dieser späten Nacht / durch unsre Schuld auf dich gebracht.“ Dies ist eins der unbekannteren Weihnachtslieder und ein fast vergessener Text Jochen Kleppers: „Du Kind zu dieser heilgen Zeit“ (EG 50). Die hymnenartige (obwohl erst modern komponierte) Melodie hat sicher nicht zur größeren Verbreitung beigetragen. Es entstand in der Weihnachtszeit 1937, zwei Tage nach dem bekannten „Die Nacht ist vorgedrungen“. =>
Geistliche Nahrung selbst für die Ärmsten
„Meine Eltern sind zu arm, mir eine Bibel zu beschaffen, und wir brauchen doch die Bibel, um Gottes Willen daraus zu lernen. Ich danke Ihnen daher vielmals, dass Sie so gütig gewesen sind, mir eine Bibel zu schenken! Ich will jetzt fleißig daraus lernen und Gottes Gebote mein Leben lang vor Augen und im Herzen behalten.“ So herzzerreißend schrieb die Schülerin Anna Barbara Barthin aus Barthelmesaurach bei Kammerstein. Im Dezember 1825 erhielt sie das lang ersehnte Geschenk rechtzeitig vor dem Weihnachtsfest. Der Centralbibelverein in Nürnberg, 1824 endlich gegründet, gab da gerade seine erste Ausgabe in einem neuen billigeren Druckverfahren heraus. Nach langen Mühen hatte er endlich vor genau 200 Jahren seine Arbeit aufnehmen können. =>
Unterwegs nach Bethlehem
„Der Weg wird sich zeigen!“ Da ist sich Gerlinde Tröbs sicher. Die langjährige Referentin am Religionspädagogischen Zentrum (RPZ) Heilsbronn sieht bereits jetzt den Beginn vieler Veränderungen in den Weiten des Religionsunterrichts. Die Stellen für die Arbeit mit Jugendlichen umfassen zunehmend ganze Regionen: Religionspädagoginnen oder Katecheten müssen ihren Auftrag zwischen immer mehr Gemeindehäusern und Schulen eines Dekanats oder einer Region ihrer heimischen Großstadt aufteilen. Der Ganztagesbereich in Schulen wird ausgebaut: Lassen sich da nicht Arbeitsgemeinschaften und Neigungsgruppen auch im gesellschaftspolitische Bereich unter religiösen Fragestellungen anbieten? Und wie sieht es mit dem ökumenischen Religionsunterricht aus? =>