„Gebäudeplanung als Marathon, kein Sprint“

Zerbster Kirchenruine St. NicolaiIn der ehemaligen Lukaskirche im bayerischen Kelheim hallen noch immer Stimmen durch den Raum – aber es sind keine Gebete mehr, sondern Urlaubspläne, Kinderlachen, Gespräche beim Abendessen. Der weite, offene Charakter des Kirchenraums ist geblieben, doch seine Funktion hat sich radikal gewandelt: Aus einem Ort der Andacht ist ein Ferienhaus geworden. Drei Wohnungen sind entstanden, der offene Raumcharakter blieb teilweise erhalten. Gruppen können hier übernachten – unter einem Dach, das einst für Gebet und Predigt gedacht war. Es ist ein Bild, das sich in Deutschland künftig wohl öfter zeigen dürfte. Denn die Kirchen stehen vor einer historischen Herausforderung, da sich die Mitgliederzahlen bis 2060 wohl mindestens halbieren werden. … =>

Neue Ideen für Gotteshäuser statt Abriss

Landesbischof Christian Kopp und Ludwig Schick auf dem Podium bei der Tagung. Fotos: Borée„Wir müssen erst über den Wert von Kirchen sprechen, bevor wir über ihre Verwertung sprechen“, so der ehemalige Bamberger Erzbischof Ludwig Schick bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Fachtagung „Gotteshaus, Denkmal, Kostenfaktor – Wer und was bestimmt wirklich über die Zukunft der Kirchen?“ Die Zukunft von Kirchen und Gemeinden werde oft in Zahlen diskutiert: sinkende Mitgliederzahlen, steigende Kosten, weniger Geistliche – für Schick zu eng.  Auch der bayerische evangelische Landesbischof Christian Kopp gab sich bei den Kirchengebäuden gelassen: „Wir befinden uns in einem Wandel, aber das ist nicht der erste in der Geschichte der Kirche.“ …=>