Der Weg als Ziel in der Frühlingssonne

Susanne Borée, Porträt, boree.de, Evangelisches Sonntagsblatt aus BayernEndlich zeigt sich die Wiederkehr des Lebens. Endlich beginnen die ersten Sonnenstrahlen die Natur wieder aufzuwecken. Und die Knospen öffnen sich, als hätten sie nur allzu lange darauf gewartet. Kam die erste Ahnung des Frühlings in diesem Jahr besonders spät? Jedenfalls brauchte sie nach einem viel zu frühen Zwischenspiel im Februar durchaus länger als im letzten Jahr. Und darum in diesem Jahr, in diesen Zeiten der fortwährenden Erstarrung, der Einsamkeit und des fast endlosen Wartens besonders heiß begehrt. Aber auf die Frühjahrssonne scheint doch noch Verlass zu sein. Sie zeigt in diesem Jahr, mit ihrem Eintreffen kurz vor der Osterzeit, wie wichtig die Hoffnung auf die Wiederkehr des Lebens ist. =>

„Notwendige Gefährtin“ und Teilhaberin

Theophanu und ihr Sohn Otto III.Frauen an die Macht! Bei einem genauen Blick auf diese moderne Forderung zeigt sich jedoch: Auch schon früher konnten manche Frauen durchaus Macht ausüben – wenn auch einzelne. Was war dort vor tausend Jahren? Zum Internationalen Frauentag am 8. März geht das Sonntagsblatt Spuren aus der Zeit von etwa 950 bis 1200 nach. Diese Idee entstand aus Impulsen der Mainzer Ausstellung „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht“. Auch wenn sie leider noch geschlossen ist, so gab es doch durch sie spannende Einblicke =>

Zwischen Corona und Krieg im Kaukasus

Bischof Markus Schoch aus Georgien betreut auch Gemeinden in Armenien und AserbaidschanOb er die Familien der Gefallenen besuchen könnte? Mit dieser Bitte wandte sich die aserbaidschanische Religionsbehörde an Gotthard Lemke. Der Ruhestandspfarrer aus Thüringen ist von der Evangelischen Kirche in Deutschland in die Aserbaidschanische Gemeinde in der Hauptstadt Baku entsandt. Das Land ist zu 96 Prozent muslimisch. Der Liste mit den Angehörigen war es egal. So ging der Seelsorger mit Päckchen einer Art „Weihnachten im Schuhkarton“ aus Amerika zu den Familien der Gefallenen. Sie waren gern genommen. Lemke hörte oft den Tenor: „Der Tod muss einen Sinn gehabt haben.“ Dennoch sind Evangelische in Georgien, Armenien und Aserbaidschan trotz Krisen miteinander eng verbunden. =>

Brückenbau für die letzte Reise

„Zuerst habe ich mich geweigert, das Thema hoch zu kochen.“ Elke Fischer zögerte, Corona als Anlass dafür zu verwenden, das Nachdenken über die letzten Dinge zu vertiefen. Sie bietet schon seit zwei Jahrzehnten ihre Hilfe als Krisenbegleiterin und Testamentsvollstreckerin an. Dabei entdeckte sie schon bald nach dem Ausbruch der Pandemie, dass die Nachfragen steil anstiegen. Die Bilder und Filmsequenzen über die Intensivstationen führten bei vielen Menschen dazu, selbst darüber nachzudenken, unter welchen Umständen sie künstlich ernährt und beatmet werden wollten. Die eigene Sterblichkeit war in kaum geahntem Ausmaß in den Blick gerückt. „Die Corona-Pandemie hat uns vor Augen geführt, wie schnell sich Lebensumstände in kurzer Zeit komplett verändern können“, … =>

Geborgen unter der Kraft des Regenbogens

„Es gab den Regenbogen zu Beginn der Coronazeit – das Zeichen der Treue Gottes über unserem Dorf.“ Das ist Schwester Evelyn Dluzak, der Vorsitzenden des Schwesternrates  in Puschendorf, wichtig. Auch die Corona-Zeit stand unter Gottes Schirm – auch wenn die Kirchen lange nicht mehr zu gemeinsamen Gottesdiensten einladen konnten. Erst langsam und unter besonderen Schutzvorkehrungen laufen sie in Bayern wieder an. Gebetsgemeinschaften blieben indes in den evangelischen Communitäten erhalten. Ob auf dem Schwanberg, bei der Communität Christusbruderschaft Selbitz oder in Puschendorf: Die Schwesternschaften gelten als Hausgemeinschaft. „Das heißt, wir können – mit Abstand, aber immerhin – zu den Mahlzeiten und Andachten oder Gottesdiensten zusammenkommen“, so Evelyn Dluzak.  =>

Brennglas für wesentliche Horizonte

Vor genau fünf Jahren befragten wir Sie als unsere Leserinnen und Leser zu Ihren Erinnerungen an das Ende des Zweiten Weltkrieges am 8. Mai 1945. Damals lag es 70 Jahre zurück, nun sind es inzwischen 75 Jahre geworden, die wir in Frieden und Sicherheit leben durften. Ja, dieser Satz gilt auch heute in den Corona-Zeiten. Denn so belastend oder deprimierend die Einschränkungen gerade sind, so befinden wir uns dennoch nicht in einer nur annähernd vergleichbaren Situation wie vor mehr als 75 Jahren: Es fallen in Deutschland keine Bomben, es heulen kein Sirenen. Niemand ist auf der Flucht oder hat Vertreibung zu fürchten. Die Supermärkte sind gefüllt, viele andere Geschäfte haben gerade wieder geöffnet. Für Hotels und Gaststätten, Schausteller und Schauspieler, die noch immer keine Verdienstmöglichkeiten haben, hat der Staat Hilfen bereitgestellt. Zwar decken sie vielfach nicht den Verdienstausfall, doch lindern sie die Not … =>

Auch in der Krise Ostermomente erspüren

Wie wäre es, Ängste und Sorgen tanzen zu lassen? Andreas Mäckler schlägt vor, negative Gedanken in der Fantasie auf Schilder zu bannen, mit denen kleine Soldaten aus den Ohren tanzen und sie wegtragen. Er hat seine Erfahrungen aus der Biografiearbeit (vgl. Sonntagsblatt vom 12. März 2017) schon längst vor Corona zu einem Online-Kurs „Glücksmomente“ zusammengetragen. Denn es gibt „keinen zwingenden Grund, auf Ereignisse von außen in einer vorgefassten, gleichbleibenden Weise zu reagieren. Wir können Krisen nutzen, um daraus zu lernen.“ =>