Den Koffer für die letzte Reise packen

Palliativstation. Foto: epd/FWie begleitet man Angehörige am Lebensende? Ihr Sterben macht viele Menschen hilflos. Die Hospiz-Akademie in Nürnberg bietet regelmäßig Kurse zur „Letzten Hilfe“ an – auch online und mitten im Sommer. Judith Berthold und Judith Münch hielten ihn diesmal. 15 interessierte Frauen waren dabei. Viele packen ihren Koffer sorgfältig für den Urlaub: Kleidung, Medikamente, Lieblingsbuch. Doch was wäre besonders wichtig für die letzte Reise? Auf diese Frage läuft ein Onlinekurs zur „Letzten Hilfe“ hinaus. Dabei geht es nicht nur darum Gegenstände einzupacken: Es geht um Erinnerungen und Symbole, Wünsche und Ängste. Um dafür besser gerüstet zu sein, nehmen die Teilnehmerinnen des Kurses zunächst eine andere Reise auf sich: den Weg durch die letzten Stunden und Tage eines Menschenlebens. =>

Wege zu heilsamen Begegnungen

Alpaka - auch bei der Hospizarbeit eingesetztSphärische Klänge erfüllten den Theatersaal. Fast ließ sich vergessen, dass er mit mehr als 150 Menschen gut gefüllt war! Beinahe wie die meditativen Töne einer sanft gespielten Konzertgitarre erklang es – hm, vielleicht etwas metallischer. Ein Glockenspiel? Nein, „Handpan“ heißt das Instrument: Gleich einer riesigen Muschel aus Metall entlockte ihr Alwin Steinle mit streichelnden Händen die melodischen Töne. Neben ihm sang Susanne Sonnleitner. Regelmäßig begleiten beide Musiker auch Trauerfeiern. Und sie umrahmten den 21. Mittelfränkischen Hospiztag, der sich Mitte Juni  im Rothenburger Wildbad traf. Dort fanden Engagierte aus gut 15 Hospizgruppen der ganzen Region zusammen. Der Rothenburger Hospizverein mit rund 60 Aktiven um Petra Underbrink hatte für sie vielfältige Impulse vorbereitet. Wie können etwa Alpakas im Hospiz helfen? =>

Beratung als Pflicht – wo bleibt Linderung?

Blumenstrauß in einem Hospiz. Foto: epd/FEs gibt zu wenig Betreuung: In der Pflege sowieso – aber gerade auch für die Begleitung von Menschen am Lebensende. Diese etwas hilflose Erkenntnis stand am Ende des bundesweiten Palliativ-Kongresses, der bis Anfang Oktober in Bremen stattfand. Besonders wichtig war dem 14. Deutschen Kongress der Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) der Austausch zu Vorbeugung gegenüber Suiziden und der Suizidassistenz sowie zu den Herausforderungen bei der Palliativmedizin und Schmerzbehandlung. Sperrige Worte zu einem spannenden Thema. Da geht es um Freiheit von Schmerzen und um Würde. =>

Lebensbegleitung statt Sterbebegleitung

Mehr Zeit für Sterbende bei ihrem Abschied – ist das nur ein ferner Traum? Die Hospizleiter Dirk Münch und Alexander Kulla hoffen, dass dies nicht so sein muss. Er empfand es als erschreckend, „wie viele Menschen sich in der letzten Lebensphase als Last für andere begreifen“, so Münch. Vor den Wahlen stand dann, Gott sei Dank, anderes im Mittelpunkt. Anlässlich des Welthospiztages am 9. Oktober lohnt es erneut genau nachzufragen: Welche professionellen Konzepte für ein schmerz- und angstbefreites Abschiednehmen kann Dirk Münch vorschlagen? Und dies auch, wenn die Hospiz-Plätze längst nicht für alle Menschen am Lebensende ausreichen? =>