Frauenleben „aus dem Schatten geholt“

Arbeitskreis Frauengeschichtsschreibung übergibt Interviews an das KirchenarchivEs fallen fremdartige Vokabeln wie „Bräutekurse“ oder „Veto-Paragraph“. Noch vor kurzem waren sie jeder bayerischen Pfarrfrau ein Begriff. Sie hatten bis Mitte der 1970er Jahre ihre Arbeit aufzugeben, wenn sie einen Pfarrer heirateten. Schließlich sollten sie dessen Arbeit ehrenamtlich mittragen und sich ganz in den Dienst der Gemeinde stellen. Viele mussten sich bereits erworbene Pensionsansprüche auszahlen lassen – obwohl ihr Ehemann vielleicht nur Vikar war. Das hinterließ Spuren, auch noch in den Interviews des „Arbeitskreises Frauenkirchengeschichte in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern“ (ELKB) … =>

Wer die Autorität in letzten Dingen hat

Daniel Schönwald (links) vom Landeskirchlichen Archiv und Daniel Burger vom Staatsarchiv Nürnberg führen in die Ausstellung ein. Hinter ihnen der Konflikt um die absolutistische Einmischung in Glaubensfragen. Foto: BoréeDurfte ein Landesherr mal eben so den Beichtvater wechseln? Die Frage erscheint uns heute in mehrfacher Hinsicht bizarr: Natürlich, wohl jeder darf es, wenn ein Vertrauensverhältnis zerrüttet ist – so die intuitive Reaktion, die wohl heute mehrheitsfähig wäre. Niemand! So die kirchliche Forderung im Markgraftum Ansbach vor 200 Jahren. In der aktuellen Ausstellung des Landeskirchlichen Archivs der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern zusammen mit dem Staatsarchiv Nürnberg nimmt dieser längst vergangene Streit fast eine Vitrine ein. Moment mal! =>