Sie soll zu weiteren Diskussionen anregen. So beschreibt Dr. Reiner Anselm das Anliegen der neuen „Friedensdenkschrift“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Der Münchner Professor für Theologische Ethik leitete das Redaktionsteam, das die Denkschrift erarbeitete. Seit ihrer Vorstellung im November 2025 wird sie intensiv diskutiert – unter anderem in der Evangelischen Stadtakademie Nürnberg. Dort traf Anselm auf einen ebenso profilierten Kritiker: Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh, pensionierter badischer Landesbischof und aktuell Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF). Vor einem gut besuchten Saal sowie rund 40 online zugeschalteten Teilnehmenden stellte Anselm zunächst die Intention der Denkschrift vor. Leider war die Tonqualität der Online-Übertragung sehr schlecht, so dass sie nur eingeschränkt nutzbar war. Doch gibt es nun bedenkenswerte Diskussionsbeiträge zur Denkschrift. =>
Dunkle Seite der bunten Fenster und Altäre
Zwischen den hohen gotischen Fenstern, leuchtenden Farben und den weltberühmten Schnitzwerken Tilman Riemenschneiders überwältigt der Gesamteindruck der spätgotischen Rothenburger St. Jakobs-Kirche. Kaum jemand rechnet in dem erhabenen Gotteshaus mit Irritationen. Und doch sind sie da – verborgen in frommen Bildern. Für Tobias Göttfert sind sie unübersehbar: Der 27-jährige Rothenburger engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich in der Gemeinde. Als Kirchenführer steht er immer wieder vor denselben Altären und Fenstern. =>
Leise Zeugen zwischen Zerfall und Zukunft
Es gleicht einem Wiedersehen mit alten Bekannten: Das Überblickswerk „Spuren jüdischen Lebens in Bayern“ versammelt viele Projekte zum Judentum vor Ort aus den letzten Jahren: Die Inventarisierung von Grabsteinen auf dem Jüdischen Friedhof in Schopfloch. Die Aufarbeitung von sogenannten Genisa-Funden – also von zerschlissenen liturgischen Texten in hebräischer Sprache in alten Landsynagogen Frankens. Dieser schmale aber gehaltvolle Band krönt das Wirken einer Arbeitsgruppe der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, die sich seit 2021 – zu den Jubiläumsfeiern anlässlich von 1.700 dokumentierten Jahren jüdischen Lebens in Deutschland – um die reichhaltigen Spuren des Judentums in Bayern gekümmert hat. =>
Kokosnüsse, Kanonen und Karten
Energisch treibt er sein Dromedar an. Schließlich will der „Mammaluck“, ein Reiter der osmanischen Truppen, anno 1529 die Belagerung Wiens nicht verpassen (linkes Bild). Auch Nürnberger Landsknechte waren vor Ort. Als Kriegstrophäe brachten sie ein solches „Camel thier“ mit an die Pegnitz. Bei Hans Guldenmund konnten es alle für drei Pfennig besichtigen. Die Zeiten überdauert hat es als Druckblatt, dass Guldenmund ebenfalls verlegte. Es illustriert die weitreichenden Beziehungen Nürnbergs zwischen 1300 und 1600. Eine Sonderausstellung im Germanischen Nationalmuseum (GNM) zeigt bis zum 22. März, wie eng die Stadt bereits im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit vernetzt war … =>
Langer Atem im Grenzland der Geschichte
Wer heute durch das sanfte Hügelland der Region Prekmurje im äußersten Nordosten Sloweniens fährt, ahnt kaum die tiefgreifenden Wechselfälle der Geschichte dort. Innerhalb weniger Jahrzehnte verschoben sich massiv die Grenzen. Es zeigten sich massive gesellschaftliche Umbrüche, es entstanden Staaten und wurden wieder aufgelöst. Gleichzeitig gibt es in vielen Orten im Osten Sloweniens jedoch eine bemerkenswerte personelle Kontinuität evangelischer Pfarrer – und mit ihr eine Stabilität kirchlichen Lebens, die bis heute prägend ist. Ein besonders eindrückliches Beispiel dafür ist das Dorf Bodonci. Hier wirkte Karol Šiftar ganze 64 Jahre lang als Pfarrer – von 1895 bis 1959. =>
