„Ich stehe hier nicht als Protestant, …, nicht als Deutscher – sondern als Christ und als gar nichts anderes“, so Helmuth James von Moltke Anfang 1945 vor dem Volksgerichtshof. Genau das aber warf ihm dessen berüchtigter Präsident Roland Freisler vor. Moltke schrieb anschließend seiner Ehefrau Freya, Freislers entscheidender Vorwurf sei gewesen: „Eines haben das Christentum und wir Nationalsozialisten gemeinsam, und nur dies eine: Wir verlangen den ganzen Menschen.“ Nicht die Beteiligung am Attentat auf Hitler legte man ihm zur Last. Sein Verbrechen bestand im Verständnis der Nazis darin, gemeinsam mit Gleichgesinnten über ein Deutschland nach Hitler nachgedacht zu haben – über einen Staat, der auf Recht, Menschenwürde und christlicher Verantwortung beruhen sollte. =>
