Vergebliches „Einen der Worte“?

Tim Mackintosh: Arab. 3000 Jahre arabische GeschichteAm Anfang war das Wort – oder die Sprache. Klingt banal, solange wir dies nicht auf die arabische Welt übertragen. Denn am Anfang war doch dort die Religion, das Wirken Mohammeds? Formte nicht dieser Prophet aus einer Ansammlung an Beduinen innerhalb weniger Jahre eine Weltmacht? Doch die Ausprägung arabischer Identität beginnt schon Jahrtausende vor dem Propheten Mohammed. Die ältesten Überlieferungen des Begriffes stammen von den Assyrern um 850 vor Christus. In ihren Texten tauchen die Beschreibungen „Arabi“ oder „Urbi“ für ein umherstreifendes Volk auf, das im Norden der Arabischen Halbinsel lebte und langsam eine Sprache sprach. =>

Dichtes Dach für verwinkelte Spitalkirche

Spitalkirche St. Elisabeth mit ehem. Pfruendnerwohnung in HersbruckHersbruck. Anstelle eines unverbauten Blickes ins Grüne war ihm die unverstellte Arbeit an seinem Seelenheil wichtig: Im Obergeschoss der Kirche ließ sich ein Pfründner oder ein Pfründnerpaar nach einer offenbar gehaltvollen Spende um 1560 eine eigene Wohnung einrichten. Ohne die Dreizimmerwohnung in heute etwas sonderbarer Lage  im Langhaus der Hersbrucker Spitalkirche verlassen zu müssen, konnten sie direkt die Gottesdienste beobachten.  Nun regnet es dort hinein … =>

Hilfe beim Sterben – nicht zum Sterben

Reiner Anselm: Debatte über assistierten SuizidDarf ein assistierter Suizid für unheilbar kranke ältere Menschen in diakonischen Einrichtungen erfolgen? Auf Deutsch: Gibt es ein Recht auf einen selbstbestimmten Tod – das einschließt, dass andere dem unheilbar kranken Menschen ein Mittel besorgen, mit dem er oder sie schnell und schmerzlos entschläft? Wie berichtet, hatten die Theologen Reiner Anselm, Isolde Karle und Ulrich Lilie zu Beginn des Jahres dazu eine innerkirchliche Debatte ausgelöst. =>

Gewaltspiralen lassen sich unterbrechen

Gewaltspiralen durchbrechen„Im Sommer 2020 zog eine junge Frau ins Frauenhaus Fürth ein, sie floh vor massiver psychischer und körperlicher Gewalt in unser Haus.“ So berichtet eine Sozialpädagogin aus dieser Einrichtung. Und weiter: „Die junge Frau X. wünschte sich einen Ort der Ruhe und der Zuflucht.“ Im Frauenhaus fand sie diesen Ruhepol. „Die zurückhaltende junge Frau, die – durch die jahrelange Demütigung in ihrer Kindheit und Ehe – nur wenig an sich selbst und ihre Stärken glauben konnte, machte sich, mit Hilfe des Frauenhausnetzwerks, auf ihren ganz eigenen Weg. Sie lernte, durch die gemeinsame Aufarbeitung wieder einen Zugang zu ihren eigenen Bedürfnissen, Wünschen und ihren Grenzen zu finden.“ =>

Heilige Unberechenbarkeit verdichtet

Kurt Marti und Dorothee SölleDer Traum vom Entschweben – gerade zu Pfingsten. Kurt Martis „pfingstmorgen“ erinnert mich an die scheinbar naiven Alltagsbilder Marc Chagalls, in denen ganz beiläufig das Wunder der Leichtigkeit aufbricht. Vor hundert Jahren erblickte Kurt Marti das Licht der Welt. Sein Leben ist an sich schnell erzählt: „Brillenträger seit dem fünften Lebensjahr, deshalb Abneigung gegen Gewalt von früh an.“ So beschreibt er selbst seine Kindheit. Dann folgte eine „gradlinige Schulzeit bis zur Matura“, also bis zum Abitur, teils mit Friedrich Dürrenmatt als Mitschüler. =>

Verschwundener Abt und Sternenkinder

Ausgrabung im Kloster Michelfeld, In Terra VeritasWo liegt der Abt des Klosters Michelfeld in der Oberpfalz begraben? Weder in der Klosterkirche noch im Kreuzgang – das wollte Friedrich Trautenberg ausdrücklich nicht. Von 1494 bis 1511 leitete er das Kloster. Er wählte einen ungewöhnlichen Ort für seine letzte Ruhe – das Treppenhaus im Getreidespeicher.  Ein Grabungsteam der archäologischen Grabungsfirma „In Terra Veritas (itv)“ mit Sitz in Bamberg mit dem Archäologen Robert Karl ist seit Ende April vor Ort. Das Landesamt für Denkmalpflege vergibt solche und ähnliche Aufträge an sie oder weitere archäologische Privatfirmen. =>

Glaube an Kraft der „Stärkeren im Geiste“

Sophie Scholl_Video-Installation an der Wormser KircheEvangelisch getauft, konfirmiert und begraben: religiös anscheinend ein ganz normaler Lebenslauf – auch für Sophie Scholl. Doch mit gerade einmal 20 Jahren rang die junge Studentin um eine tiefere Beziehung zu Gott. Ihr Glauben war grundlegend für ihren Widerstand – doch sprengte er traditionelle kirchliche Formen. Robert M. Zoske hat sich in seiner aktuellen Biographie Sophie Scholls intensiv mit ihrem Seelenleben beschäftigt. Dazu lagen ihm zahlreiche Briefe und Tagebucheinträge Sophie Scholls vor. =>

Gott lässt sich nicht besitzen, aber erfahren

Homolka und Khorchide: Umdenken!Der Untertitel hat es in sich: „Wie Islam und Judentum unsere Gesellschaft besser machen“: Sind nicht gerade Muslime eine besondere Bedrohung für das christliche Abendland – und zwar schon seit 500 Jahren, seitdem die Türken vor Wien standen? Genau mit diesem historischen Ereignis beginnen die beiden Autoren ihren Überblick. In einem ganz besonderen Dialog entstand dies Buch: Rabbiner Walter Homolka und Mouhanad Khorchide, der in Münster zukünftige islamische Religionslehrende ausbildet, haben es zusammen verfasst. Gerade die Tatsache, dass zwei Theologen dieser beiden Religionen solch ein Buch zusammen verfasst haben, macht es bemerkenswert. =>

Editorial: Ermutigung gegen Härte der Hoffnungslosen

Susanne Borée, Porträt, boree.de, Evangelisches Sonntagsblatt aus Bayern„Du, lass dich nicht verhärten / In dieser harten Zeit. / Die allzu hart sind, brechen / Die allzu spitz sind, stechen / Und brechen ab sogleich.“ Aus einer ganz anderen Epoche scheinen diese Zeilen der „Ermutigung“ Wolf Biermanns zu stammen. 55 Jahre sind sie alt. Was gehen sie uns an? Leben wir nicht ebenfalls gerade in einer besonders rauen Zeit? Die Pandemie erscheint immer bedrohlicher als „ein Schrecken ohne Ende“. Die Zahl der Corona-Opfer steigt in der dritten Welle mehr und mehr. Auf der anderen Seite die Armut gerade bei den Schwachen.  =>

Entblättertes Schmuckstück

Renovierung der Judengasse 10/12 i Rothenburgie alten Steine sind gut abgeklopft und sorgfältig gestapelt. Selbst der alte Lehm, mit Jahrhunderte altem Stroh gemischt, ist ein Rohstoff für die Zukunft. Bei der Renovierung des Doppelhauses in der Rothenburger Judengasse 10/12 sind die alten Gebäude entblättert wie eine Zwiebel. Die Wände sind teils in mehreren Schichten abgetragen. So erlauben sie ganz unerwartete Einblicke in die Entstehungszeit vor gut 600 Jahren.  Denn um 1410 erblickte das Doppelhaus das Licht der Welt. Diese in sich geschlossene Bauweise zeigt sich schon daran, dass die Nummerierung der Sparren fortlaufend erfolgte. Dies ist gerade beim aktuellen Stand der Renovierungsarbeiten gut zu sehen. =>