Sie soll zu weiteren Diskussionen anregen. So beschreibt Dr. Reiner Anselm das Anliegen der neuen „Friedensdenkschrift“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Der Münchner Professor für Theologische Ethik leitete das Redaktionsteam, das die Denkschrift erarbeitete. Seit ihrer Vorstellung im November 2025 wird sie intensiv diskutiert – unter anderem in der Evangelischen Stadtakademie Nürnberg. Dort traf Anselm auf einen ebenso profilierten Kritiker: Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh, pensionierter badischer Landesbischof und aktuell Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF). Vor einem gut besuchten Saal sowie rund 40 online zugeschalteten Teilnehmenden stellte Anselm zunächst die Intention der Denkschrift vor. Leider war die Tonqualität der Online-Übertragung sehr schlecht, so dass sie nur eingeschränkt nutzbar war. Doch gibt es nun bedenkenswerte Diskussionsbeiträge zur Denkschrift. =>
Langer Atem im Grenzland der Geschichte
Wer heute durch das sanfte Hügelland der Region Prekmurje im äußersten Nordosten Sloweniens fährt, ahnt kaum die tiefgreifenden Wechselfälle der Geschichte dort. Innerhalb weniger Jahrzehnte verschoben sich massiv die Grenzen. Es zeigten sich massive gesellschaftliche Umbrüche, es entstanden Staaten und wurden wieder aufgelöst. Gleichzeitig gibt es in vielen Orten im Osten Sloweniens jedoch eine bemerkenswerte personelle Kontinuität evangelischer Pfarrer – und mit ihr eine Stabilität kirchlichen Lebens, die bis heute prägend ist. Ein besonders eindrückliches Beispiel dafür ist das Dorf Bodonci. Hier wirkte Karol Šiftar ganze 64 Jahre lang als Pfarrer – von 1895 bis 1959. =>
Mythen der eigenen Opferrolle überwinden
Kann Versöhnung in Bosnien-Herzegowina gelingen – ausgerechnet durch die Zusammenarbeit von Religionen? Und dies, obwohl sie so eng mit den jeweiligen Volksgruppen verbunden zu sein scheinen, die im Krieg der 1990er Jahre verfeindet waren? Seit 1997 versucht der „Interreligiöse Rat (IRR)“ Verständigung. Stefan Terzić, serbisch-orthodoxer Sekretär des Rates, und der katholische Priester Oliver Jurišić führen die Besucher eindrucksvoll in ihre Arbeit ein. 2013 gab es 50 Prozent Bosniaken im Land (in aller Regel Muslime), 31 Prozent Serben (also Orthodoxe) sowie 15 Prozent Kroaten (meist Katholiken). Gewalt gegen Gotteshäuser geschähe meist dort, wo eine Gemeinschaft in der Minderheit ist, berichten sie – besonders vor Wahlen. =>
Staffelstab übergeben
„Mir geht es nun besser.“ Leon Novak sagte diesen Satz mit spürbarer Erleichterung. Bis zum 1. Advent leitete er die Evangelisch-Lutherische Kirche A. B. in Slowenien – ein Amt, das er sechs Jahre lang zusätzlich zu seiner Aufgabe als Gemeindepfarrer in Murska Sobota ausübte. Die Stadt im Nordosten Sloweniens, mit rund 11.000 Einwohnern ein regionales Zentrum, prägte seinen Alltag ebenso wie übergreifende Kontaktpflege. Leon Novak, Jahrgang 1963, war es wichtig, die Ökumene und den Kontakt zur slowenischen Regierung zu stärken. Und dies, obwohl seine Kirche nur etwa 10.000 Mitglieder in 14 Gemeinden zählt. =>
Zwischen Umbruch und Verantwortung
Sie haben ihre Hausaufgaben gemacht: Von Seiten des Landeskirchenrates und der Leitung der Evangelischen Kirche in Bayern sowie von Synodenpräsidentin Annekathrin Preidel liegen konkrete Vorschläge auf dem Tisch, wie sich Kirche den Herausforderungen des Wandels im kommenden Jahrzehnt stellen wird. Zu Beginn der letzten Tagung der Landessynode in dieser Sitzungsperiode stellten sie ihre detaillierten Konzepte vor. … =>
„Sonnenbrücke“ aus Spielen und Vertrauen
„Wir feiern alle religiösen Feste zusammen.“ Der Satz von Kindergartenleiterin Aida Kaja klingt schlicht – und ist doch etwas ganz Besonderes. Im Kindergarten „Sunčani most“, der „Sonnenbrücke“ in Mostar, leben Kinder seit über zwanzig Jahren, was im Alltag Bosnien-Herzegowinas ansonsten kaum gelingt: Sie lernen, spielen und feiern miteinander, unabhängig von Herkunft oder Religion. Unter dem Motto „Kleine Träume in sicheren Händen werden zu großen Geschichten“ entdecken hier 40 Kinder gemeinsam ihre Welt. … =>
30 Jahre nach dem Bürgerkrieg in Bosnien
Gedenkstätte und Friedhof von Screbrenica heute. Dort wurden im Juli 1995 rund 8.000 Jungen und Männer ab 13 Jahren in einer UN-Schutzzone, in der mehrere Zehntausend Geflüchtete Schutz gesucht hatten, systematisch ermordet. Foto von Exhumierungen der ursprünglich nur verscharrten Toten durch Angehörige um 2001, dokumentiert im „Genozid“-Museum Sarajevo. Und weitere Bilder auf einer Foto-Seite: =>
Tätige Ökumene in der Tradition von Nizäa
Die Kirche müsse ihren Worten über Ökumene und Einheit endlich Taten folgen lassen – das war der Tenor der Sechsten Weltkonferenz für Glauben und Kirchenverfassung, die Ende Oktober im ägyptischen Wadi El Natrun stattfand. Rund 400 Delegierte aus allen Weltregionen und Konfessionen, die im Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) zusammengeschlossen sind, kamen dort zusammen, um über den Weg der weltweiten Christenheit in Zeiten von Konflikt und Spaltung zu beraten. Die Konferenz stand im Zeichen des 1.700. Jubiläums des Konzils von Nizäa (325 nach Christi), … =>
Kirche als Kraftquelle – gerade für Junge
Eine Waschanlage für den Glauben? Genauer: für die kirchliche Jugendarbeit im Dekanat Hai der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania (ELCT). Sie wurde dort von Jugendlichen errichtet, wie Lightness W. Kimaro mit aktuellen Fotos zeigte. Mit weiteren fünf jüngeren Menschen aus dem Dekanat Hai und dem Berufsschulzentrum (Hai Vocational Training Centre – HVTC) kam sie nun ins Dekanat Rothenburg. Dabei lief ihr Besuch zunächst arg holprig an … =>
Zwiespältiger Aufbruch zur Einheit
Hätten die Kirchen den Ersten Weltkrieg verhindern können, wenn sie nur frühzeitig gemeinsam ihre Stimme gegen Nationalismus und Militarismus erhoben hätten? Aber auch nach dem Ende der Kämpfe klafften die Wunden weiter – zwischen den Völkern ebenso wie zwischen ihren Kirchen. Die Gräben waren nicht nur politisch, sondern tief in die geistliche Landschaft Europas eingeschnitten. Einer, der sich dieser zerrissenen Welt nicht einfach beugte, war der schwedische Erzbischof Nathan Söderblom (1866–1931). Als Kirchenmann aus einem neutral gebliebenen Land war es ihm möglich, Brücken zu bauen. Trugen sie? =>
