Suppe, Seelenheil und sozialer Sprengstoff

Referierende beim Kolloquium des KirchenmuseumsJede Woche derselbe Speiseplan: Für die Bewohnerinnen und Bewohner des Windsheimer Spitals war Essen Teil eines streng geregelten Alltags. An vielen Tagen gab es Suppe. Fleisch immerhin sonntags und dienstags. Abwechslung bot diese Kost kaum –aber sie hatten da noch Glück. Denn die Qualität der Versorgung hing oft wesentlich von den jeweiligen Spitalleitungen ab. Manche wirtschafteten verantwortungsvoll, andere sparten am Essen oder bereicherten sich auf Kosten der Bedürftigen, wie der Historiker Alfred Stefan Weiß erläuterte. Wie eng Versorgung, Fürsorge und wirtschaftliche Zwänge zusammenhingen, zeigt die Sonderausstellung „Care“ im Kirchenmuseum Bad Windsheim (bis 11. Oktober). Damit und mit einem intensiven Symposium feiert das Kirchenmuseum Bad Windsheim sein 20-jähriges Bestehen und widmet sich zugleich der Geschichte von Fürsorge und Pflege.  =>

Großer Wurf für Pflege soll Stürmen trotzen

Unwetter über der Pflege. Fotos: pixabay/Komposition: Borée„Die Pflege ist selbst zum Pflegefall geworden.“ So plakativ formuliert es Karl Schulz, seit 2014 Geschäftsführer der Rummelsberger Dienste für Menschen und Vorstand der Rummelsberger Diakonie. Das ist keine Neuigkeit. Trotz vieler ungünstigen Wettervorhersagen hat der Pflegesektor es versäumt, sich warm anzuziehen. Wa-rum sich um ein „wetterfestes“ Konzept – um entsprechende Schutzkleidung kümmern, so lange es auch ohne ging? Ab und zu einen Flicken über den größten Riss zu nähen – das schien zu genügen. Sonst wäre auch mehr Geld nötig gewesen. =>

Von der Raumpflegerin zur Leitungskraft

Ausländische Pflegekraft bei der Versorgung im Demenzheim. Foto: Epd/FDer Markt ist wie leergefegt: Pflegekräfte fehlen allerorten – gleich ob in der Kurzzeitpflege, in Krankenhäusern oder Pflegeheimen. Pflegedienste nehmen kaum noch neue Patienten auf. Dabei sind die Pflegekräfte nicht weniger, sondern sogar mehr geworden. Dies teilte das Bayerische Landesamt für Statistik in Fürth mit. Soweit die nüchternen Zahlen, Der Zuwachs ist aber zu wenig, da die Gesellschaft immer älter und pflegebedürftiger wird. Zwar berichten etwa die Rummelsberger: Eine ehemalige Raumpflegerin habe sich etwa in ihren Einrichtungen so fortgebildet, dass sie nun einen großen ambulanten Pflegedienst leitet. Bemerkenswert – doch ein Einzelfall. =>