An manchen Sommersonntagen kehrt das Leben nach Siebenbürgen zurück. Im deutschsprachigen Gottesdienst in der Klosterkirche von Schäßburg (Sighisoara) drängten sich im August 70 Menschen. Viele Besucher waren aus Deutschland oder Österreich in ihre alte Heimat zurückgekehrt. „Im Sommer kommen viele“, so Bezirksdechant (Dekan) und Stadtpfarrer Bruno Fröhlich. Zu Weihnachten seien es noch mehr. Draußen lag die mittelalterliche Altstadt im gleißenden Augustlicht. Die UNESCO erklärte sie 1999 zum Weltkulturerbe. Besuchergruppen drängen durch enge Gassen, vorbei an Mauern und Türmen, hinauf zur Bergkirche. Für Touristen ist Schäßburg ein begehbares Denkmal. Für andere ist es Heimat: ein Ort, den man verlassen kann, aber offenbar nicht einfach hinter sich lässt. =>
Die Schätze von Heltau
Der Schatz von Heltau war jahrhundertelang verborgen. Irgendwo in den mächtigen Mauern der Kirchenburg soll sich eine geheime Kammer befunden haben – zu öffnen nur mit einem verborgenen Mechanismus. Heltau, rumänisch Cisnadie, liegt neun Kilometer südlich von Hermannstadt (Sibiu). Die Stadt wurde im Mittelalter von Siebenbürger Sachsen geprägt und zählt heute rund 20.000 Einwohner. Ihr eigentlicher Schatz aber ist deutlich sichtbar: in den 32 Kindern und Jugendlichen zwischen sieben und 14 Jahren, die jeden Nachmittag nach der Schule in die „Arche Noah“ kommen. Viele leben in Familien, die mit sozialen Belastungen zu kämpfen haben. Die Einrichtung bietet ihnen einen geschützten Ort für einige Stunden – und oft mehr als das. Unterstützung für beide Orte kommt von derselben Adresse in Hermannstadt … =>
Alter trotz Armut in Würde gestalten

Es sind beschauliche Bilder, die zu Herzen gehen: Der Pferdepflug auf dem Feld, Schafe und Schweine mit ihrem Nachwuchs bevölkern den Hof. In einer Ecke sitzen Frauen, die miteinander Erbsen pulen. Senioren mit Weste und Hut, die den Feierabend auf der Bank am Haus genießen. Doch sind es nicht Szenen, einer guten alten Zeit oder einem Heimatfilm entsprungen – sondern Gegenwart. Erst beim näheren Hinsehen springt ein Detail ins Auge: Die Feldarbeiter und die Frauen sind alt, sehr alt. Denn es sind Szenen aus einem Seniorenheim: Aus dem Altenheim Hetzeldorf bei Mediasch im rumänischen Siebenbürgen. Fünf oder sechs der 30 Senioren arbeiten noch regelmäßig auf dem Feld, so Ursula Juga-Pintican. =>
